Sichtweisen auf Dicke Forum für Dicke

Morgen im Radio:

http://www.deutschlandfunk.de/dicke-menschen-ausgegrenzt-und-abgewertet.1176.de.html?dram:article_id=373923

Bin gespannt auf den Beitrag. Ich werde ihn wegen der Arbeit vermutlich erst später hören können, aber vielleicht habt Ihr Zeit und Lust, live einzuschalten.
Momentan habe ich den Eindruck, dass mehr und kritischer beobachtet wird, wie "politisch unkorrekt" auf Dicke geblickt wird. Das wäre ja gut.
Ach ja, PS: Es würde mich freuen, wenn der Thread hier bleiben würde. Das Thema gibt ja viel mehr her als nur einen Medientip :-)
Hallo Vonne
hast Du den Beitrag denn jetzt gehört? Wie war er?
Hallo,

dicke Menschen sind die einzige Personengruppe in Deutschland, die ungestraft von Jedermann diskriminiert werden darf.

Vom Benutzer am 21.12.2016 um 18:14 bearbeitet

Ich bin noch nie von jemandem diskriminiert worden.
Ich auch nicht.
Das Schönheitsideal abgemagerter Models ist Diskriminierung genug und verkennt das rund gesund ist. ;-)
Doch, ich kenne das schon, habe mal einen Ausbildungsplatz nicht bekommen, weil ich der Chefin zu dick war.
Damals war ich eine Grösse 42.
Noch nie diskriminiert worden ... kommt vielleicht auf die Höhe des Gewichtes an. Ich kenne es von Klein auf, ausgegrenzt, beleidigt, benachteiligt ..., also diskriminiert zu werden und zwar wegen meines Gewichtes bzw. meiner Figur.
Es sei jeden gegönnt noch nie negative Erfahrungen wegen seinem Gewicht gemacht zu haben, ich hatte das Glück nicht...Ich hab den Bericht teilweise gehört, mir dann die Seite der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung angeschaut und bin jetzt auch dabei....Ich halte deren Arbeit für wichtig!
Ich kenne dumme Bemerkungen auch, aber früher habe ich sie mir zu Herzen genommen, heute prallen sie ab und ich weiß, wie ich mit den betreffenden Personen umzugehen habe...
Was mich aber am meisten verletzt, sind Sätze in diese Richtung aus der eigenen Verwandtschaft. Ich dachte, da sollte man wirklich so genommen werden, wie man ist.
Ich finde es immer nervig wenn ein Arzt meint, ich müsse an meinem Gewicht arbeiten und es reduzieren. Wenn sich dann gefühlt keine Mühe mehr bei der Ursachenforschung gegeben wird und das Übergewicht als Grund vorgeschoben wird. Egal was man hat. Ich habe mir mitlerweile angewöhnt eine Gegenfrage zu stellen, wenn mir wieder ein Arzt blöde kommt. Ich frage einfach was die Schlanken dann hier im Wartezimmer zu suchen haben, und warum er sie nicht gleich nach Hause schickt? Alles Hypochonder, oder was? Da man ja anscheinend als schlanker Mensch nicht krank wird! Der Blick vom Arzt, unbezahlbar :-)
Hab da auch einen "Trick" wenn mich ein Arzt auf meine hundert Kilo anspricht, und meint er müsse mir predigen wie ungesund das doch sei, entgegne ich jetzt immer stoisch, dass ich schon zwanzig Kilo abgenommen habe. ( Was gar nicht stimmt)
Da wird immer fein gelobt. Ich denke mir meinen Teil ;-) und habe ab sofort Ruhe.
Funktioniert immer!
erstens ist mein doc auch übergewichtig und wir nehmen zusammen ab....was ich klasse finde und er sagt selber es is nicht leicht....macht ihn sympatisch....der rst meiner ärzt finden es klasse was ich schon abgenommen habe haben mich aber noch nieee dummangesprochen deswegen
.....und wer mich nicht mag wie ich bin kann mich malund gehört nicht in mein leben......wesen und charakter solten doch auch zählen
Diskriminierung kenne ich. Vor allem wenn man als dicke etwas isst. Da wird dann schnell mal getusçhelt. Früher habe ich mir dann eher mal das essen in der Öffentlichkeit verkniffen. Heute ist es mir egal.
Ich finde es jedoch dreist das manche schlanke Menschen glauben sie können und dürfen jederzeit über dicke herziehen oder Bemerkungen machen. Und sie glauben das sie damit im recht sind. Denn dicke sind nicht normal, kosten das Gesundheitswesen Unmengen und so weiter....
Wenigstens werden ich nicht von meiner Hausärztin gemobbt. Sie fände weniger Gewicht gut. Da sie aber keinen Grund zum meckern hat (alle blutwerte und sind top) tut sie das auch nicht. Sie nimmt mich so wie ich bin .
Hi, freut mich, dass das Thema doch auf Euer Interesse stößt. Den Beitrag höre ich gerade erst, bin vor lauter Arbeit noch nicht dazugekommen.
Ich werde im Alltag eher nicht diskriminiert, nö, nicht direkt. Bei Kleidergröße 50 und einer einigermaßen gleichmäßigen Verteilung habe ich da wohl einfach "Glück".
Was vielen Dicken aber persönlich begegnet, ist ja etwas, was auf einer "Welle" schwimmt. Die Welle ist, dass es anscheinend nicht als politisch unkorrekt gilt, Dicke kritisch zu kommentieren. Alle scheinen Ahnung davon zu haben, was Dicke machen sollten und ob sie krank sind und dass sie sich doch mal zusammennehmen müssten, dann ginge es auch. Ich ärgere mich einfach über so eine Ignoranz der wirklichen gesundheitlichen Erkenntnisse neuerer Forschung.

Den Beitrag höre ich gerade parallel. In der Ankündigung hat mir gefallen, dass diese subtile Diskriminierung gesehen wurde, z.B. diese ständigen Diättipps in jeder Fernsehzeitung. Müssen Dicke wirklich ein "dickeres Fell" als andere haben um sich nicht ständig angegriffen zu fühlen? ISt doch eigentlich auch ärgerlich.
Ich habe mir mal Gedanken dazu gemacht und ich finde Diskriminierung ist eine komische Sache.
Wahrscheinlich würden mir die meisten Menschen zustimmen, dass wir nicht steuern können was andere tun oder denken. Zumindest nicht ohne uns mit dieser Person auseinander zu setzen.
Was wir jedoch beeinflussen können ist UNSER Handeln und Denken.

Bei dem Beispiel von meeresrauschen71 wird sich z.B. darüber beschwert, dass Menschen dicke beschimpfen oder ihnen unangebrachterweise einen ungesunden Lebenswandel nachsagen. Dies mal mehr oder eher auch weniger höflich. Wir könnten dies vielleicht bei den "schlanken" Exemplaren Menschen genauso machen und dann wäre das Kräftverhältnis wieder ausgeglichen?

Wir wollen das aber nicht. Aus Sicht mangelnder Argumente würde diese Fraktion darauf schließen, weil es eben nichts an ihnen zu kritisieren gibt. Aus Sicht vieler dicker Menschen will man glaube ich zumindest "moralisch" die Oberhand haben und handelt nicht so um besser gestellt zu sein. Zeitgleich beschwert man sich aber über das Verhalten solcher Leute.
Nun könnte man auch sagen, dass dies aber in Teilen auch nur möglich ist, weil sie so wenig Gegenwehr erhalten. Vielleicht trifft man damit bei dem ein oder anderen Dicken eben auch genau den Nerv. Menschen haben ein Gespür für die Schwächen der anderen. Darin stochert es sich am Besten herum, weil man dort am wenigsten Gegenwehr erwarten muss. Jemand der vielleicht sogar gesundheitliche Probleme hat oder sich nicht als überdurchschnittlich attraktiv wahrnimmt ist eben auch ein leichtes Opfer für diese Art der verbalen Diskriminierung.

Was wir als Gesellschaft tun können ist die systemseitige Diskriminierung versuchen abzubauen. Dazu gehören wie für alle anderen auch eben gleiche Bedingungen. Das gilt z.B. für den Job, das öffentliche Leben und die Gesundheit. Schwierig wird es dann immer, wenn man als Einzelperson aber auch gewissen Anforderungen gerecht werden muss. Da kann man keine "Pauschalentscheidungen" mehr treffen sondern müsste im Einzelfall gerecht handeln...
Auch hier ist zumindest eine Tendenz erkennbar und einige Organisationen kämpfen ja auch dafür. Das nimmt bisweilen aber auch seltsame Züge an. Wenn man nämlich versucht Dicksein mit einer Krankheit gleich zu setzen, was von einigen solcher Gruppierungen ja auch schon gefordert wurde, dann tut man all diesen Menschen, die heute diskriminieren eigentlich einen Gefallen. Natürlich dürfen sie dann von Gesetzeswegen sich nicht mehr so verhalten, aber man gibt ihnen quasi "schriftlich", dass Dicke so nicht richtig sind. Jemand der Krank ist, der leidet auch unter einer Krankheit. Ich als Mann kann nur sagen, dass ich es schade finden würde, wenn dies die Wahrheit ist und dann hätten diese Menschen vielleicht sogar Recht... :(

Mein Fazit ist, dass wenn man ERNST genommen werden will oder RESPEKT erhalten möchte, dann muss man dafür auch einstehen. Diskriminieren kann man nur Menschen oder gar Gruppen, die das auch mit sich machen lassen. Wenn die Gegenwehr zu groß wäre, dann würde das auch nicht statt finden. Ich glaube aber mit der einfachen Erklärung man sei ja so groß geworden, erzogen worden, gesellschaftlich geprägt, usw. hat man eben sehr Schnell eine Ausrede parat, warum man NICHT dagegen einstehen muss. Stattdessen erwartet man, dass ein Dritter (in dem Fall die Justiz) einfach ein Verhalten von anderen Menschen untersagt oder unter Strafe stellt. Das ist als Basis für ein gesellschaftliches Zusammenleben sicher richtig und schützt ja auch in vielen anderen Bereichen wehrlose, aber ich käme wie gesagt nicht 100%ig damit klar als krank oder wehrlos zu gelten.

Wenn ich so etwas schreibe, dann ernte ich meist jede Menge Gegenwind hier von allen Seiten.
Da kann man sich dann komischerweise zu äußern? Wieso kann man das im echten Leben oder auf der Straße nicht? Wieso kann man nicht auch mal unaufgefordert unangebrachtes Verhalten von solchen Menschen kritisieren? Ich glaube die würden ihr Verhalten auch ganz schnell ändern müssen...
Yeah - meine Rede: die Forscherin in der Radionsendung fordert eine häufigere Darstellung von Dicken als kompetente Personen in den Medien.
Sag ich doch :-) Bitte einen Hollywoodfilm oder sowas mit einer dicken Heldin, die dann den gutaussehenden Helden umgarnt und die Welt rettet und überhaupt ganz toll ist, Und ihre Figur wird dabei NICHT zum "lustigen" Thema gemacht!
Jetzt mal ganz ehrlich. Jeder von uns hat hier schon in einer Situationsbeschreibung von 'dürren Klappergestellen', Bohnenstange, Spargeltarzan etc. gelesen. Da frage ich mich immer, warum wir zwar Toleranz den Dicken gegenüber erwarten, aber dann selbst solche Ausdrücke verwenden. Eine Dürre ist genauso eine Beleidigung wie eine Fette. Nur letzteres tut uns mehr weh.
@Cop
sign
Guter Beitrag, gefällt mir
Im September haben wir auch schon über das Thema diskutiert:
"Werden dicke Menschen als nicht schön empfunden"

Ich freue mich mit jedem, der noch nie eine negative Erwahrung wegen des Gewichtes gemacht hat, aber leider habe ich den Eindruck, dass es immer schlimmer wird mit den abfälligen Bemerkungen.
Meine Kollegen sagen über mich:
Ja....sie ist dick, ABER auch sehr schnell (Anm: bei uns ist zügiges Arbeiten erforderlich)!
Ich war schon immer sehr selbstbewusst und habe auf dumme Bemerkungen oder Getuschel immer mit einem flotten Spruch gekontert.
Ich habe einige neurologische Erkrankungen und leide auch noch unter einer Autoimmunerkrankung.
Zusätzlich bin ich seit Geburt auf einem Auge fast blind und kann dies auch nicht bewegen; ähnlich einem Glasauge.
Nun wollte ich meine 30% Behinderung erhöhen und habe daher (inkl. aller ärztlicher Gutachten) einen Antrag beim Versorgungsamt gestellt.
ABGELEHNT mit der Begründung, dass ALLE Krankheiten das Übergewicht als Ursache hätten und Übergewicht sei ja keine Krankheit!!!! Klar meine Sehschwäche kommt vom Gewicht!?!?!?

Soviel zum Thema Diskriminierung... :-/
(*Mal schiiieb, weil mir das Thema so am Herzen liegt)

Neulich habe ich mich dabei erwischt, dass ich auch sagte: "XY ist dick, aber schnell." Kurz danach frage ich mich: Wieso habe ich jetzt "aber" gesagt? Hätte ja auch "und" sagen können. Gerade beim Thema Schnelligkeit ist es vielleicht eher verzeihbar, obwohl ich auch vielen schnarchnasig langsamen Dünneren begegnet bin. Schnelligkeit - hm - beim Tanzen fällt mir das Drehen nicht so leicht, was vielleicht doch mit der Masse zu tun hat :-)

Die Formulierung "Dick, aber ...." (attraktiv / sympathisch / stylish / etc) wird mir noch zu oft benutzt in den Medien. Es wird ja auch nicht gesagt: "Sie ist Brillenträgerin, aber schnell / attraktiv / sympathisch". Oder: "Sie ist dunkelhäutig, aber attraktiv / schnell / sympathisch".

Vom Benutzer am 10.01.2017 um 22:28 bearbeitet

http://www.youtube.com/watch?v=PsP9IGC99hc

Der ist mir in letzter Zeit sauer aufgestoßen.
@Ich bin ein Apfel
Ja, mir auch. Konnte mir gar nicht merken, wer da wirbt vor lauter Irritiertsein.