Warum ist man mit jemandem zusammen, den man nicht liebt? Forum für Dicke

Hallo zusammen,

in meinem Bekanntenkreis gibt es gerade eine Trennung. Es zeigte sich, dass er sie wohl nie wirklich geliebt hat und wohl deshalb immer so unaufmerksam und fahrig war.

Beide sind sehr attraktive, erfolgreiche Menschen, die diverse Verehrer/innen haben und die für gewisse andere Dinge keine Beziehung eingehen müßten.

Warum zum Teufel ist man mit jemandem zusammen, wenn man ihn nicht liebt?

Ich verstehs nicht... Speziell die Frage an die Jungs und ihre Erfahrungen...

Elli
als statussymbol?
aus bequemlichkeit?
soll alles schon mal da gewesen sein...
Das können wohl nur die betreffenden Personen selbst auflösen!
Ist für aussenstehende nicht einfach das zu analysieren.
In dem Fall werden wir es nie erfahren..... ist ja auch nur ein Beispiel bzw. der Anlaß für die Frage, warum Menschen so etwas grundsätzlich tun.
Geld macht sexy .
Denke da gibt es viele Gründe, auch wenn es nur selten gute sind. Kann allerdings nur allgemein sagen, da es nicht wirklich zu deinen Beispielpaar passt.
Zwei Gründe die ich bisher schon miterlebt hatte waren Einsamkeit und Mitleid.

Manche Leute haben Angst allein gelassen zu werden und klammern sich deswegen an einen Partner, selbst wenn sie keine wirklichen Gefühle für diese Person haben. Da wird sich sowas dann auch oft eingeredet, auf Grund der eigenen Ängste.

Genauso kann man aus Mitleid mit jemanden zusammen sein. Denke das beste Beispiel dafür sind Leute mit dem "Weiße Ritter Syndrom".

Liebe ist trotzdem der einzige wirklich sinnvolle Grund für eine Beziehung... den wenn man sich Gegenseitig nicht glücklich machen will, dann läuft das irgendwann auf ein böses Ende hinaus.
...stimmt! die "nicht-allein-sein-könner" hatte ich vergessen.
die erkennt man gerne auch daran, daß sie zwei tage nach beendigung einer beziehung schon wieder mitten in der nächsten "festen beziehung" stecken.

Vom Benutzer am 13.03.2012 um 18:12 bearbeitet

Aber vielleicht hat er ja am Anfang geglaubt das er sie liebt....und erst nach Jahren festgestellt das die Gefühle dann doch nicht so stark waren um eine Beziehung aufrecht zu erhalten.
Unmöglich, dies zu beantworten:
Kaffeesatzleserei!
oft ist es auch gewohnheit,man weiß was hat,aber nicht was man bekommt
Man verliebt sich, die Welt ist wundervoll, man lebt zusammen, gestaltet ein Leben, der Alltag schleicht sich ein, man sagt sich, dass man den anderen liebt - und natürlich auch gegenseitig, die Zeit vergeht, man ändert sich, das Leben fliesst so vorbei, ob man sich noch liebt? Sicher, das Leben ist doch ok, man hat evtl ein Haus, Kinder, gemeinsame Dinge erschaffen, gemeinsame Freunde, ein gemeinsames Leben.

Und irgendwann fragt sich jeder, ob er den anderen noch liebt - und manchmal muss man sich eingestehen, dass man nie geliebt hat - sondern nur verliebt war, irgendwann - und nur den Absprung nicht geschafft hat ... Oder dich die Gefühle einfach verändert haben ...

Und ja, auch ein neuer Partner ist dann sehr schnell gefunden - weil man keine Zeit "allein" braucht - man war ja eigentlich schon gemeinsam einsam ...

Wer es nicht erlebt hat, wird nie wissen, wie es ist. Wer es verurteilt, wird es vielleicht erleben, wenn das Leben gerecht wäre ...
ich kann jetzt mal dazu nur sagen:
aus gewohntheit und aus angst....die angst schluss zu machen..wie er reagieren könnte..
und er bei mir ziemlich hässlich geworden...
Ich find das ist ein interessantes Thema!

Die Frage die ich mir schon häufiger gestellt habe, die aber aus der Situation heraus entsteht ist, wie schaffen diese Menschen es, trotzdem noch so lange mit ihrem Partner zusammen zu bleiben, obwohl keine Gefühle mehr da sind? Schaltet man seine Emotionen, Sehnsüchte, Wünsche einfach aus oder unterdrückt sie?

Ich für meinen Teil kann sagen, ich könnte das nicht, mit jemandem zusammen sein, intim sein für den ich keine Geühle habe und ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, denn dem anderen würde ich doch etwas vormachen.

Wie sagt meine Oma immer so schön: "Kind, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" =)

Aber vielleicht ist es auch unsere Mentalität, oder eine Art Schuldbewusstsein. Ein Mann könnte denken er ist verantwortlich für seine Familie und kann sie nicht hängen lassen, vorallem wenn Kinder im Spiel sind hab ich das schon häufiger gehört. Und bei Frauen glaube ich ist es ganz oft eine Art von Abhängigkeit, egal ob emotional oder finanziell.

Ich stelle eine gewagte These auf....und hoffe nicht gesteinigt zu werden *grins*

Wenn mehr Menschen ehrlich handeln würden bzw. in ihrer Partnerschaft wären, also nicht rum spielen sondern sich trennen, wenn keine Gefühle mehr vorhanden sind, glaube ich persönlich, würden weniger Menschen fremd gehen.

Dies ist lediglich meine Meinung und ich will damit niemaden verurteilen, und ja es gibt sicherlich auch noch andere Gründe dafür =)

So viel zu meinem Senf dazu =)

LG
ich sehe es wie Venusdelta!
"Die Frage die ich mir schon häufiger gestellt habe, die aber aus der Situation heraus entsteht ist, wie schaffen diese Menschen es, trotzdem noch so lange mit ihrem Partner zusammen zu bleiben, obwohl keine Gefühle mehr da sind? Schaltet man seine Emotionen, Sehnsüchte, Wünsche einfach aus oder unterdrückt sie?"

Nein, ich glaube, daß Liebe nicht unbedingt das stärkste "Bindemittel" sein muß, wenn es andere, mehr oder weniger vernunftorientierte Gründe für ein Zusammenleben gibt.

Zum einen kann man von außen ja wirklich nicht beurteilen, wie jemand "Liebe" für sich definiert oder empfindet, zum anderen gibt es mehr als genug Gründe, warum jemand das vielleicht nicht so wichtig findet: Gemeinsamkeit kann man auch mit Menschen pflegen, die man nicht liebt (WGs sind im Grunde nichts anderes), finanzielle, gesellschaftliche Gründe spielen sicher mit eine Rolle, Bequemlichkeit sicher auch - haarig wird's halt, wenn einer der Beteiligten erst nach Jahren feststellt, daß der Partner nicht das Maß an Gefühlen empfindet, die er selbst für unabdingbar hält.
Ich habe dieses Frage mal einem Mann gestellt und in etwa folgende Antwort bekommen: Ich bin mit ihr zusammen, weil sie mir den Haushalt schmeisst und ich Sex haben kann, wann ich will, ohne dafür ausgehen und mich anstrengen zu müssen...
*grusel*
Ich habe die Frage mal einen mann gestellt, der shcon seit Jahren keinen Sex mehr mit seiner Frau hat und dauernd fremd geht. Er meinte es ist Mitleid. Er denkt, sie wäre alleine nicht lebensfähig ohne ihn. Dabei ahnt er wahrscheinlich gar nciht, zu was Frauen in der lage sein können, um zu überleben. ;)
Ich denke es ist Bequemlichkeit. So weiß jeder was er an dem anderen hat, was man bekommt, weiß man nicht.
Rambla, das hast du toll geschrieben!

Ich merke grad, das ich vielleicht doch noch eine zu große rosa rote Brille trage, was das Thema Liebe und Beziehung angeht bzw. das meine Definition von "zusammen sein" einfach eine andere ist.

Vielen Dank für den Denkanstoß!
Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen aus den falschen Gründen mit jemandem zusammen sind, statt aus den richtigen Gründen allein zu bleiben....
Was ist denn "richtig geliebt"?

Vielleicht war er anfangs davon überzeugt, daß er sie liebt, und daß sie die Richtige ist. Bis er dann irgendwann merkte, daß das doch nicht so ist.

Oder sie haben sich einfach auseinandergelebt. Und dann lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wie sich die große Liebe vom Anfang angefühlt hat.

Manche bemerken auch nicht, daß sie eigentlich nur nicht allein sein können, und deswegen zu schnell eine Beziehung eingehen, und sich da auch eine Weile wohl fühlen.

Sicher gibt es auch Mistkerle, die absichtlich ohne Liebesgefühle etwas starten und vorheucheln, weil es gerade vorteilhaft ist, aber das würde ich nicht gleich unterstellen.

Und klar, Frauen können sowas alles auch.
@Sirona, das ist wahrscheinlich oft die Realität. Und "Sie" fühlt sich ihm verpflichtet, weil er sie womöglich unterhält...und man kennt sich ja schon sooo lange, und etwas/jemand Neues flößt Angst ein, denn letztlich: "Wer nimmt uns denn noch?"
Also ein Konglomerat aus Gewohnheit, Pflichtgefühl und Angst... na Prost Mahlzeit...
Ich denke, dass die romantische Liebe längst nicht der einzige Grund ist, warum ein Paar zusammen kommt.
Ich war in meinen Mann nie verliebt. Er war mir ein guter Kumpel und ich dachte, das genügt.

Und auch wenn es so ist, dass wohl meist das Verliebtsein die Grundlage ist, kann sich diese romantische Liebe im Lauf der Zeit verändern.

Was dann bleibt kann sehr unterschiedlich sein. Und selbst wenn man erkannt hat, dass man sich besser trennen sollte, kann es noch ein langer Weg sein, bis man so weit ist.

Sich an Versprechen gebunden fühlen, Mitleid, Verantwortungsbewusstsein, Abhängigkeiten, Angst vor dem Alleinsein, sich gescheitert fühlen, an der Familie festhalten wollen, eigene Bedürfnisse zurück stellen, denken dass alles noch werden wird, sich seiner Gefühle gar nicht genau bewusst sein... das sind so ein paar Gründe, die mir einfallen. Manche davon kenne ich aus eigener Erfahrung.

Ich glaube, es gibt kein Schwarz oder Weiß. Ich liebe ihn/sie oder ich liebe ihn/sie nicht. Also trenne ich mich.
ich habe schon lange aufgehört, mir die Gedanken anderer Leute zu machen...wer weiß, was dahinter steckt??
Mich interessiert in erster Linie erstmal mein Leben, und für mich kommen solche Dinge nicht in Frage...wenn die Liebe im Lauf der Jahre ein wenig abflacht und eher in eine Alltagsliebe übergeht, kann man immer noch etwas dafür tun, wenigstens ab und zu Schmetterlinge im Bauch zu haben -und zwar ohne vorher Raupen zu verspeisen ;-)
@Rambla: Zustimmung auf ganzer Linie.

Liebe und die Erwartung an die Liebe des Anderen kann immer unterschiedlich definiert werden: Nicht jeder ist der romantische Typ oder in der Lage himmelhochjauchzendzutodebetrübte Gefühlsachterbahn zu erleben oder will dies gar.

Ich halte insofern auch andere Aspekte für legitim, eine Beziehung zu führen, die im Übrigen auch ebenso erfüllend sein kann, wie bei Anderen die "ganz große Liebe".

Zuneigung sollte natürlich nicht fehlen, aber auch der Gedanke, einen Partner, Freund, Gefährten haben zu wollen - mit oder ohne Sex, evtl. auch um versorgt zu sein, erscheint mir nicht "falsch".
Wichtig ist nur, dass beide wissen, worauf sie sich einlassen und hierüber Einigkeit herrscht.

Bestes (fiktives) Beispiel für mich: die Hochzeit von Denny und Alan in der letzten Staffel von BostonLegal - da dachte ich nur: genau! genau! genau! Weshalb soll romantische Liebe oder sexuelle Orientierung ein Grund und die Basis für eine Beziehung (respektive Hochzeit) sein - Freundschaft und der Versorgungswille aber nicht (mehr)?

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich ... stimmt immer noch. Und wenn für einen die Beziehung nicht mehr stimmt, ist er (in der Regel) frei zu gehen ...