Rundum Leben

Wie geht Ihr mit Mitmenschen um die dicke Menschen nicht mögen Forum für Dicke und Mollige Menschen

Erstellt von einem Mann oder einer Frau
12.01.2023, 06:14

Ich schließe mich Waage64 an.
Es werden nicht nur Dicke beleidigt.
Es muss nicht jeder dicke Menschen mögen. Es mag auch nicht jeder Leute mit z.B. rotem Haar, krummer Nase, schlaffem Händedruck, bestimmten Dialekten oder was auch immer.
Dennoch hat jeder respektvoll behandelt zu werden.
Aber genauso sollte jeder auch damit umgehen können, dass bestimmte Berufe nicht so gut geeignet sind für jeden...Stewardess mit 165 Kilogram geht halt nicht- Regale einräumen im Edeka als sehr kleiner Mensch ist wohl auch kein gut gewählter Job-mit absolut sächsischem Dialekt in Hanover als Bankberater arbeiten wollen ebenso wenig.
Jeder hat irgendwas und muss sich und sein Leben so gut und zufrieden einrichten wie möglich. Dazu gehört aber auch sich selbst zu hinterfragen, wenn etwas stört. Blickwinkel oder Gegebenheiten kann man bei sich selbst ändern.

Vom Benutzer am 12.01.2023 um 06:22 bearbeitet

Ist das so schwer?
Dicke Menschen sind leicht zu erkennen und daher ein leichtes Angriffsziel in punkto
Gewichtsbeleidigung.

Die Leute die gerne das Gewicht vorhalten und natürlich auch andere würden wohl auch gerne über farbige Menschen herziehen.
Das ist aber in den letzten Monate / Jahren ein politisches NoGo .

Deswegen wird gerne weiterhin über Dicke gelässtert bzw man wird komisch angequatscht darauf und die anderen werden nur dumm angesehen,aber man spart sich dumme Bemerkungen

@Rosinante
Du hast mich richtig verstanden.

@Ex Bella-Bella, nun Carla2 scheint mich nicht verstehen zu wollen.
Sei es drum.
Aber wenn sie meine Äußerungen braucht, um sich exemplarisch daran abarbeiten zu müssen....bitte.
Ich verbitte mir nur Äußerungen, die persönlich werden.

Wenn ich mich - meinen Körper / Gewicht selber mag und akzeptiere, dann strahle ich das nach außen hin aus.
Verstehe, wenn es dem einen oder anderen schwerer fällt.
Wir versuchen doch alle einigermaßen, unser Leben mit den dazugehörigen Einschränkungen zu meistern.
Ich persönlich stehe zu meinem Gewicht und wenn mich Freunde deswegen anfeinden, dann wende ich mich ab.
Der Zug wäre dann aber auch abgefahren. Denn ein Verbiegen, nur damit es anderen in den Kram passt, gibt's bei mir nicht. Auch in anderen Bereichen des Lebens nicht.
Der Mensch ist wichtig und nicht das Gewicht.

Ich sage mal, dass ich mich vom Gendern in der deutschen Sprache überfahren fühle.
Dieser Artikel in der Welt gibt es in etwa wieder, ist allerdings ein Plus Artikel:

Zitat:
Dieses Haus soll eigentlich der gesamten Sprachgemeinschaft ein Dach über dem Kopf bieten. Momentan sorgt eine kleine aber laute Gruppe von Sprachaktivisten dafür, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung (laut aktuellen und seit vielen Jahren immer wieder bestätigten Umfragen) sich in diesem Gebäude nicht mehr beheimatet fühlen.

https://www.welt.de/kultur/plus243067403/Gendersprache-Das-sind-die-Profiteure-und-die-Verlierer.html?icid=search.product.onsitesearch

Aber wie dem auch sei... es geht hier ja nicht primär ums gendern.
Sondern darum, dass du (ex Bella-Bella, jetzt Carla2) offenbar auf Teufel heraus an Teja rumnörgeln will.

Ich spreche NICHT für Teja, aber auch ich fühle mich hier frei eine Meinung zu äußern, ohne, dass ich mich politisch "engagieren" MUSS nur damit meine Meinung auch Ernst genommen wird.

Und wenn ich Teja richtig verstanden habe, ging es nicht darum die Mühen der Nicht-Binären usw. Menschen herabzustufen, sondern aufzuzeigen, dass dicken Menschen eben genau auch von dieser Seite der Wind entegegen weht.

Bitte korrigiere mich Teja, wenn ich mich irre.

09.01.2023, 14:58

Ich frage mich bei dieser durchaus merkwürdigen Diskussion über "Dicke" auf einer Seite von Rubensfan, was denn für euch "Dick" bedeutet?
Bin schockiert wie hier untereinander immer häufiger, umgegangen wird, wenn das Wort Dicke aufkommt.
Bin ich "dick", wenn ich 90 kg habe, aber nur nen Meter fünfzig groß bin, oder "dick" wenn eine Frau 110 kg hat, dafür eine riesen Oberweite mit sich trägt!?
Anstatt so jeden zu akzeptieren wie er/sie ist, frickelt man schon wieder hier im negativen umeinander.
So ein Thema sollte selbstverständlich ein nogo sein, wie Diätratschläge.

Ich jedenfalls mag Rubensmenschen, habe noch niemanden kennen gelernt, die Problematisch waren/sind. Im Gegenteil.
Man lacht selbst über dieses und jenes "Missgeschick", was nur Rubensmenschen passiert. Toleriert die ab und an Merkwürdigkeiten, und lächelt über die Spotter.
Denn es zählt der Mensch, nicht der Körper.

Da bin ich schlicht nicht " politisch" interessiert genug, um mich einzubringen.

Aber um die Belange non-binärer und transsexueller Menschen als "unmöglich" und "nervig" abzutun und die Wünsche der PoC als unnötig abzuwerten, weil Du das offenbar für Dich so wichtige Wort N-Wort dringend in Deinem Wortschatz benötigst, dazu bist Du dann aber doch genug politisch interessiert, oder?
Dazu reicht Dein politisches Engagement dann schon noch, anzumerken, dass es nicht richtig ist, dass auf die Bedürfnisse dieser Menschen eingegangen wird, während die Bedürfnisse dicker Menschen in Deinen Augen vorrangig wären?
Das alles ändert natürlich an der Situation Dicker rein gar nichts, aber gesagt werden muss es trotzdem - aus politischem Interesse und weil man sich zu dicken Themen im Forum einbringen will?

Dass die Body-Positvity Bewegung und Begriffe wie "mehrgewichtig" auf dem gleichen Geist aufbauen und aus der gleichen Ecke kommen, wie diese, von Dir kritisierten Bewegungen, ist Dir aber hoffentlich schon bewusst?
Wenn die "übertrieben woken" Menschen, wie Du sie nennst, mal mundtot sind, dann schweigen sie auch zu diesen Themen, das ist Dir klar? Dann schweigen Menschen, die sich eben nicht nur für sich selbst im Alltag einsetzen, sondern auch für andere - und sogar für Leute, deren Probleme sie nicht selbst teilen.

Leute, die gegen sich gegen verändernde Werte in der Gesellschaft stemmen, sobald sie selbst etwas dafür müssten, also z.B. in Form von Gendern, oder mit der Höflichkeit das N-Wort nicht mehr zu verwenden, sind in der Regel nicht stattdessen dafür, dass Dicke jetzt plötzlich einen anderen Stand in der Gesellschaft bekommen... außer sie sind zufällig selbst dick. Das beste Beispiel dafür bist ja Du selbst. Glaube nicht, dass nicht-dicke Menschen mit Deiner Einstellung Dir Tür und Tor öffnen, wenn für Dich "nervige" Themen wie Geschlechteridentitäten mal passé sind. Der Druck auf Dicke wird wieder steigen.

@PeppermintPatty Ich nehme mal an, du bist Konkurrenz für deinen Chef d.h. hätte er den Posten nicht, hättest vermutlich du ihn. Hoffe, du schaffst es, dir Verbündete, oder "dein eigens Refugium" zu schaffen, in dem du deine Ruhe hast. Die meisten Chefs können nicht damit umgehen, wenn sie jemanden besser qualifizierten unter sich haben - gerade wenn sie sich in der eigenen Rolle noch nicht so sicher sind. Man muss sich aber bewusst machen, dass diese Konflikte, Rivalitäten etc. auch durch Organisationen oft gefördert werden, weil man von vielen Rollen ständig verlangst sich zu messen und immer wieder neu zu beweisen. Falls du es dir zutraust: Geh mit ihm einen Kaffee trinken. Versuch eine persönliche Ebene zu finden, gib ihm Sicherheit und findet Rahmenbedingungen. Im Grunde kämpft er auch nur - wenn auch eigentlich gegen die eigene Unsicherheit. Falls das nichts hilft und/oder dafür menschlich der Zug einfach abgefahren ist, wünsche ich dir einfach viel Resilienz und viele positive Erfahrungen abseits der Interaktion mit deinem Chef und für den Notfall gibt es so einen schönen Satz: Menschen verlassen keine Stellen. Menschen verlassen schlechte Chefs.

Da wir beim Thema „Dickendiskriminierung“ sind - werden nicht auch besonders und gerade dicke Frauen diskriminiert? Erleben Männer das auch so krass?
Frauen sind doch diejenigen, die auch in schlanker Ausführung ihre Geschlechtsgenossinnen dissen… Offenbar haben dicke Frauen die doppelte Dosis Ablehnung in der Gesellschaft zu schlucken. Darf ich noch eins draufsetzen? Ich erlebe gerade Chefmobbing in feinster Form gegen mich als dicke und auch noch alte (auch Alte werden diskriminiert) und besser ausgebildete (als der Vorgesetzte) Frau. Bäm!

Ich möchte eigentlich gar nicht damit „umgehen“ müssen.

Ich würde mir eine Welt wünschen, in der solche Nebensächlichkeiten Wurscht sind. In der Leistung und Ressourcen gesehen werden, Aufgaben im Konsens vergeben werden, Selbstreflexion und Fairness Normalität sind…
BTW würden damit in sämtlichen Bereichen die Effektivität und Effizienz erhöht werden, weil Mitarbeiter zufrieden und engagiert arbeiten würden, ganz abgesehen von einem niedrigeren Krankenstand.

Tut mir leid wegen OT

Da die Gesellschaft immer dicker wird, egal ob ganz junge Leute oder die Babyboomer, wird sich die Gesellschaft zwangsläufig weiterhin damit auseinandersetzen müssen.
Da haben auch der Heroin Chic in der Mode oder runtergehungerte Filmstars nix dran geändert. Auch 40 Jahre Fissness Boom nicht. Die Menschen sind so vielfältig wie die Tiere der Natur.
Auch da gibt es Kaninchen und Flußpferde..😏
Die Menschen sind in den letzten Jahrzehnten größer und dicker geworden, auch in Schwellenländern zeigt sich dies. Die Ernährung hat sich ja auch massiv verändert.

Die Nachfrage nach "größer", breiter, bequemer und "muß mehr Platz haben" oder "mehr Gewicht aushalten" ....usw steigt. ( MRT Geräte, Autos, Krankenbetten, OP Tische, Möbel, Sitzplätze in Öffis, Wohnungen usw usw)
Zumal Übergewicht lt BMI ja schon medizinisch besteht, bei einer früher "normalgewichtigen" Figur. In Arztbriefen steht der Begriff Adipositas schon bei Menschen drin, die " nur" 10 kg mehr als den genormte BMI haben.


Ich finde es wichtig im Alltag selbstbewußt zu sein, wenn sich Dickendiskriminierung zeigt.
Und das man sich in seinem Selbstwert unterstützt und sich gegenseitig gestärkt.
Das ist etwas, was ich " vorleben" kann und so " Zeichen" setze.
Ich mache die Klappe auf, wenn mir jemand blöd kommt. Und da ist es mir wurscht, ob es um mich als Frau geht, meine Größe, mein Gewicht, mein Aussehen, mein Bildungs- oder Wissensstand oder um mich als Person.
Ich kann so im Alltag viel mehr aufzeigen, als wenn ich mit politischen Parolen demonstrieren. Da bin ich schlicht nicht " politisch" interessiert genug, um mich einzubringen.
Ich bewundere Leute, denen dies wichtig ist und die sich für wichtige Themen des Lebens einsetzen und engagieren.
Sicherlich ist eine Gleichberechtigung von Dicken ein wichtiges Thema.
Ich persönlich halte aber nichts von "Anklagen" und aggressiven Forderungen.
Ich finde, daß überzeugt meist die breiten Masse nicht.
Das ist schlicht persönliche Ansichtssache. Ich bin dann eher abgeneigt, genervt , ärgere mich sogar ggf oder mache dicht.

Aber ich kann mich im Alltag einbringen.
Oder eben auch hier in einem Forum.
Und hier findet sehr viel gegenseitige Stützung statt. Zumal jede(r) hier betr seines Übergewichtes auf einem ganz anderen Stand in der Akzeptanz seiner eigenen Person ist und es ja nicht den/ die Standard Dicke(n) gibt.

Vom Benutzer am 08.01.2023 um 18:58 bearbeitet

Ich glaube Normalität formt sich aus Glitzer und Herausforderungen. Wenn ich die Thematik bei G&G richtig in Erinnerung habe, hat ihre schwierige Kindheit/Jugend auch eine große Rolle bei der Angst vor Ärzten gespielt - die Figur war nicht der alleinige Faktor und ich habe gerade mal einen Blick auf Socialblade geworfen: Die "anderen/offenen" Videos haben ihrem Channel nicht geschadet (zumindest view- und subscribertechnisch nicht, eher im Gegenteil, das waren Peaks), aber ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig war mit Angriffen von außen bei so persönlichen Themen umzugehen. Glaube, das wäre es für jeden und bei sowas kann man es "Mit-Dicken" einfacher machen ehrlich und offen zu sein, wenn man sich jemandem zur Seite stellt.

Wer hier neidisch sein soll ist mir ein Rätsel.
Das du, Bella-Bella hier dem RF Forum kontinuierlich Neid vorwirfst und die "nette Laune" anprangerst wirft eher ein unzufriedenenen Blick auf dich.
Teja, wie auch ich und viele andere hier versuchen ihr Leben mit Übergewicht so normal zu führen wie dünne Menschen. Und DAS ist schon ein Aufwand. Im Alltag selbstbewusst durchs Leben zu gehen und sich nicht zu verstecken. Im echten Leben tun wir das, nicht auf Social Media und Konsorten.

Gutes Stichwort, danke dafür.
Ich mag Glitterandlazers auch, bei allem Positiven, hat sie aber bis sie 37 Jahre alt war so lange sämtliche Arztbesuche gemieden, aus Furcht vor Diskriminierung und dem Umgang dort, bis sie in der Notfallambulanz landete. Und ihr extremes Lipödem ist aus dem gleichen Grund 37 Jahre lang unbehandelt geblieben.
Zu sehen in "I'M SICK (WHAT I LEARNED ON MY SOCIAL MEDIA BREAK)" und den (wenigen noch auf dem Kanal vorhanden) folgenden Videos zum Thema.
Sie ist 37 Jahre alt und vermied chronisch Arztbesuche aus Angst und sie ist dabei ein Vorbild für selbstbewusstes, dickes Leben. Diese Widersprüche bekommt nur eine Community, die so zerrissen und kaputt wie die unsere, unter einen Hut.
"Normalität leben" wie Du sagst. - ist das unsere Normalität, in der die Angst vor Diskriminierung und Abwertung so groß ist, dass wir lieber unsere Gesundheit vernachlässigen? Ja, ab einem bestimmten Gewichtsbereich sehr wahrscheinlich schon. Aber wer wie Glitterandlazers öffentlich darüber spricht, wird mit hartem Backlash bestraft. Weil wirkliche Probleme keinen Platz haben. Ich bewundere Glitterandlazers und mag sie sehr, aber nein, ich wünsche mir kein deutsches Pendant, das ähnliche Widersprüche leben und sich mit so wenig Unterstützung und Verständnis aus den eigenen Reihen herumschlagen muss.

Ihre "unglaubliche Ehrlichkeit" ging mit deutlichen Verlusten für ihren Kanal und viel virtuellem Hass einher. Viele der Videos sind gar nicht mehr online. Längst ist sie zu leichter Kost wie Bikinikäufen und Schminkvideos zurückgekehrt, die tiefgehenden Themen sind extrem selten geworden.

Das ist keine Body-Positivity, auch wenn eine tolle, lachende, hübsche, aktive Dicke in einem Bikini zu sehen ist. Das ist Dicke in das gleiche Schema pressen, das Schlanken schon nicht passt, die existenziellen Probleme dicker Menschen zu Gunsten von aufgesetzter, oberflächlicher, kommerzieller Positivität und künstlichem Zugehörigkeitsgefühl zu verdrängen und auf Kleider, Make-up und Nageldesign zu reduzieren.


Und zwar nicht von außen, sondern durch die eigene Community.

Ich kann nur spekulieren, aber ich denke, das wird einer der bittersten Momente in Glitterandlazers Karriere gewesen sein und man spürt, dass sie schon lange nicht mehr mit vollem Herzen dabei ist. Verdenken kann ich es ihr nicht, ihr enormer Mut wurde nicht belohnt, sondern extrem hart bestraft.

Dieser allgemeine Trend zur Akzeptanz von Plus-size wird irgendwann vorbei sein, eigentlich ist er sogar schon vorbei. Dann wird es für viele möglicherweise sehr bitter werden, wenn die Medien nicht mehr "Big is beautiful" tönen und vorher schon keiner bereit war für seine Rechte einzustehen, oder über die wirklichen Probleme zu sprechen. Probleme, die nicht schön und glitzrig und mit einer großen Kleiderbestellung aus den USA zu lösen sind.
Schöne Kleidung ist wichtig, aber nur der erste Schritt auf dem Weg und nicht schon das Ende der Fahnenstange. Wir aber sind dort stehengeblieben, weil der Mut fehlt, sich der schmerzhaften Themen anzunehmen. Der Mut und vor allem auch die Solidarität und der Zusammenhalt. Wirkliche Sorgen macht man lieber mit sich selbst aus, als Dicke hat man die Sehnsucht normal zu sein und dazuzugehören. Verständlich, aber das wird uns noch auf die Füße fallen.

Die heute noch jungen und gesunden Plus-size Vorbilder werden in zehn Jahren langsam alt und möglicherweise krank werden, was kein Wunder ist, wenn nicht mal die größten Idole den Mut aufbringen, zum Arzt zu gehen - und dann werden sie sich reihenweise unters Messer legen, weil dann tatsächlich nichts anderes mehr greift.


LGBTQ+, Transmenschen und PoC haben auch Glitzer, viel Glitzer sogar, aber sie haben nicht beim Glitzer halt gemacht und sich damit zufrieden gegeben, dass sie jetzt auch ein bisschen mitfeiern dürfen, wie wir Dicken, sondern sie stellen sich dem Widerstand. Und das zeigt jetzt Wirkung. Wir hingegen freuen uns über Ü100 Parties und Snagtights und wenn jemand mehr anspricht, wird er kleingeredet und irgendwann dann totgebissen, wenn er sich nicht zurückzieht.
Statt neidisch darauf zu schielen, was andere für sich erreicht zu haben und es als übertrieben und lächerlich abzuwerten, wäre die Kraft besser in die Probleme der eigenen Minderheit gesteckt, auch und gerade wenn es weh tut.
Es würde sich lohnen.

Vom Benutzer am 08.01.2023 um 11:23 bearbeitet

Mal ein bißchen Glitzer hinterher - im wahrsten Sinne des Wortes:

Ich mag Glitter and Lazers. Eine sehr erfolgreiche amerikanische Youtuberin (>1 Mio. Abonnenten), die ganz natürlich sie ist und eben ziemlich dick. Sie genießt ihr Leben, geht shoppen, aber ist eben auch unglaublich ehrlich bezüglich ihrer Kämpfe und Herausforderungen. Dabei bleibt sie sehr sehr positiv und ist für mich ein gutes Beispiel, wie man dick Normalität leben kann. Ich fühl mich immer gut unterhalten und sie ist eine der Personen, denen ich jederzeit nen Kaffee machen würde, sollte sie jemals nach Deutschland kommen. Solche positiven Vorbilder für "dicke Normalität" hätte ich gerne mehr auch in Deutschland

https://www.youtube.com/@GlitterAndLazers

Können wir uns vielleicht darauf einigen, dass wir das eine Thema, für das mehr Toleranz eingefordert wird, einfach nicht gegen das andere aufwiegen sollten?

Wenn man gerade die Kraft und Energie dafür hat, sollte man sich gegen Ungerechtigkeit einsetzen, egal wo und wem sie passiert und egal aus welchem Grund. Tendenziell wird die Welt besser, wenn Unrecht angesprochen und benannt wird.

Ich bin auch keine Aktivistin, aber ich schreibe schon mal Kommentare auch auf anderen Medien, wenn ich Unrecht bemerke und im normalen Alltag bin ich halt einfach ich. Dick, sichtbar, nicht leise. Das ist auch schon nicht immer einfach, gerade wenn man merkt, dass das Umfeld nicht immer fair ist und das die Möglichkeiten andere wären, wäre das Gewicht ein anderes. Ich hab hier die "dicke Community" bisher auch nicht immer als besonders nett sich selbst gegenüber erlebt. Die meisten von uns, sind keine Helden, sondern sie haben seit ihrer Kindheit eine Zielscheibe auf der Stirn, Ungerechtigkeit erlebt und eingeredet bekommen "Sie seien ja selbst Schuld" (an ihrer Zielscheibe). Sowas macht traurig oder wütend und wütende Menschen sind nicht fair und traurige Menschen passiv.

Wir haben alle das Recht nett zu uns zu sein. Nett zu unseren dicken Mitmenschen zu sein und denen, die Zielscheiben verteilen, um sich selbst besser zu fühlen, die bei Gelegenheit auch ruhig mal um die Ohren zu hauen (vorzugsweise verbal und gemeinsam). 😉Das Problem ist nicht "Wokeness". Das Problem ist, dass nett zu seinen Mitmenschen und sich selbst zu sein, nicht der normale Standard ist.

@Paperdoll
@Apfel
Danke für eine bessere "Übersetzung" meines Gedankens zum Thema Wokeness und Doppelmoral.

@Bella-Bella
Deine persönliche Anmerkung empfinde ich als ziemlich daneben und unangebracht.
Ich gehe mal davon aus, daß du mich nicht persönlich kennst.
Ansonsten erinnert mich die Art und der Stil der Diskussion an eine ehemalige Userin, die auch gerne in persönliche Kerben haute und andere abwertete, um ihre Argumentation "verstärken" zu wollen.
Kein schöner Diskussionsstil.
Und ich empfinde es als nicht sehr förderlich, um andere mit dem eigenen Anliegen zu überzeugen.😏

Es geht nicht darum, dass man eine bestimmte Behandlung nicht erwarten und einfordern darf, sondern darum, dass man sie anderen nicht gönnt, oder deren Akzeptanz davon abhängig machen möchte, wie gut es einem selbst geht.

Tja, und sowas hat hier eben niemand behauptet. Teja nicht, ich nicht Paperdoll nicht. Darauf bezog sich übrigens auch mein "Wahnsinnsaufriss". Du schreibst lange, sehr umfassende Beiträge zu etwas, dass hier niemand geschrieben oder gemeint hat🤷‍♀️

Warum kommt mir das irgendwie bekannt vor?

Mir nicht, genau das ist ja mein Problem damit.

Es geht nicht darum, dass man eine bestimmte Behandlung nicht erwarten und einfordern darf, sondern darum, dass man sie anderen nicht gönnt, oder deren Akzeptanz davon abhängig machen möchte, wie gut es einem selbst geht.

Wenn man findet, man sei als Dicker erst einmal dran und dann kan vielleicht irgendwann mal über nervige, unmögliche Genderthemen geredet werden - das ist eine sehr engstirnige Sicht, die niemanden, auch einen selbst nicht, weiterbringt.

Genderthemen sind deshalb jetzt gerade so präsent, weil sich Menschen in den vergangenen Jahren massiv dafür eingesetzt, diese Themen immer wieder angesprochen und dabei auch viel riskiert haben.
Bei dicken Themen (jenseits von Plus-size Mode und Beauty) kenne ich im deutschsprachigen Bereich genau eine Aktivistin, die sich politisch engagiert - und die hat wegen des überwältigenden Hasses, der ihr entgegenschlägt, weitgehend die Segel auf den Social Media Plattformen gestrichen. Weil das kein Mensch alleine durchsteht und sicher auch, weil sie bei Twitter und Co. oder auch nur hier kaum Unterstützung aus den eigenen Reihen erfährt. Weil Übergewichtige eben nicht selbst noch weiter in die Schusslinie geraten wollen und oft auch weil Adipositas für sie selbst ein zwiespältiges Thema ist. Oder warum wächst die Anzahl der bariatrischen Operationen seit vielen Jahren explosionsartig? Trotz aller Nebenwirkungen und Gefahren dieser Eingriffe?

Es hat alles seine Gründe. Damit sollte man sich auseinandersetzen und nicht missgünstig zu den erreichten Zielen anderer Gruppen schielen.


Wenn Du Dich einsetzt, Paperdoll, ist das prima. Davon ist hier, auf einer geschützten, dicken Plattform allerdings nichts zu spüren. Du wirst Deine Gründe haben, warum das so ist - dennoch ist es ja so und nicht zu leugnen.

Oh je - könnte mir mal jemand erklären, um was es hier eigentlich geht? Oder lieber nicht :-)

Warum kommt mir das irgendwie bekannt vor?

Also um nur mal meine 2 Cent dazu hier zu lassen:

Ich habe viele Freunde aus der LGBTQ+ Community und bewege mich dementsprechend auch ziemlich viel auf entsprechenden Parties. Und Diskriminierung wegen des Aussehens (unter Anderem des Gewichts) ist dort eher noch eine der harmloseren Geschichten die ich mitbekommen habe... :D Also ich kann durchaus auch aus Erfahrung sagen dass nur weil man einer Randgruppe angehört, man nicht davor gefeit ist einfach schlichtweg n Arschloch zu sein. :D

Ich sehe das aber wie Apfel und denke dass Teja die Doppelmoral vieler Menschen: "LGBTQ Community und PoC benötigen Integration in die Gesellschaft, aber die Dicken nicht." (absichtlich überspitzt) nicht verstehen kann.

Und ich empfinde es auch nicht als "Neid" wenn sich jemand ebenfalls Integration und Respekt wünscht. Und das darf er als Mensch auch wenn er nicht der Ober-Aktivist ist...das sollte nämlich eigentlich eine Grundvoraussetzung im Miteinander sein..

Und ich finde es schade dass hier davon gesprochen wird dass sich hier ja niemand aktiv im Bereich social media etc. einsetzt. Also ICH kenne hier persönlich nicht alle User und finde Pauschalisierungen allgemein schwierig. Und kann nur sagen dass ich recht aktiv bin, auch im Bereich "Plus Size" und "Body Positivity"...aber ich glaube niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen dass er trotz Randgruppen-Zugehörigkeit Anspruch auf eine normal-menschliche Behandlung erhebt!?

Das habe ich verstanden, mir wäre aber neu, dass die Leute, die sich um mehr Akzeptanz für PoC oder für die LBTQ+ Community bemühen, die gleichen Leute wären, die Dicke in dieser Gesellschaft angreifen, diskriminieren.und benachteiligen und dass ihnen deshalb eigene Vorteile nicht zu gönnen sind.

Bei Social Media z.B. sind es meist die gleichen Gruppen, die sowohl dicke Aktivisten als auch Aktivisten anderer Gruppen gleichermaßen angreifen.
Mich hat im Alltag auch selten bis nie ein für seine Rechte einstehender Schwuler, Schwarzer, oder eine Transperson dumm wegen meines Übergewichts angemacht, sondern eher der Normalo alte Herr um die Ecke, die pummlige Metzgerfachverkäuferin mit der neusten Lösung zum Abnehmen, ein Durchschnittsjugendlicher auf der Straße oder der gebildete Mediziner - alles Leute, die sich möglicherweise genauso wenig einen Kopf um Transrechte machen.

Was also nervt denn bei deren Forderungen nun genau? Geht es beim Gendern darum, zu zeigen dass Dicke ungesund leben und bedeuten non-binäre Toiletten., dass Dicke davon ausgeschlossen sind? Wird das N-Wort dadurch ersetzt, dass Übergewichtige ab sofort überall Fettklöße heißen? Wo ist denn da Doppelmoral? Wenn mir das jemand verständlich und plausibel erklären kann, ändere ich gerne meine Sicht.

Ist das Problem, dass über deren Rechte plötzlich gesprochen wird - negativ wie positiv? Dass sie in der Zeitung diskutiert werden, während die Rechte Dicker hinten runterfallen oder unter den Teppich gekehrt werden? Ist das das Problem, und Ist das wirklich das Problem der "nervigen", woken Generation, von der übrigens auch der Begriff "mehrgewichtig" stammt? Warum eigentlich, wenn nicht mal Dicke selbst darüber reden oder sich für mehr Akzeptanz einsetzen? Kann man erwarten, dass die Süddeutsche Zeitung ihre Titelseite mit dem Thema Übergewicht gestaltet, wenn es nicht mal im winzigen Nischenforum betroffener Menschen ein Thema ist, sondern angesprochen als "Wahnsinnsaufriss" lächerlich gemacht und weggeredet wird?

Ich denke nicht.

Wie man sich bettet, so liegt man. Zu sehen, dass andere sich möglicherweise erfolgreich gemütlicher gebettet haben, weil sie mutiger waren, ist zwar bitter, aber nicht dadurch zu ändern, dass man ihnen die Bettdecke wieder wegzuziehen versucht, die einem selbst gar nicht mehr Bequemlichkeit bringen würde, sondern nur die Genugtuung, dass es dem anderen ähnlich mies geht.

Vom Benutzer am 07.01.2023 um 20:08 bearbeitet

Wenn ich Teja richtig verstanden habe, geht es dabei doch in erster Linie lediglich um die "Doppelmoral" bzw. Scheinheiligkeit der Forderung nach Akzeptanz und der Anklage der Diskriminierung von Menschen, die selbst aber gar kein Problem damit haben, Menschen zu diskriminieren und/oder respektlos zu behandeln, nur, weil sie übergewichtig sind.

Kurz gesagt: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.


Echt interessant, was für einen Wahnsinnsaufriss man daraus machen kann^^

Vom Benutzer am 07.01.2023 um 19:21 bearbeitet

Ich habe Dich schon richtig verstanden Teja und denke ich habe auch die/den genau Richtige*n hier angesprochen. Ich mache auch keinen Vorwurf, ich stelle nur fest:

Wenn ich mich politisch mehr für die Akzeptanz von Mehrgewichtigen einsetzen wollte, würde ich das tun.
Bin ich aber zu faul zu.


Es ist völlig in Ordnung, wenn Du Dich nicht engagieren willst, aber es sollte dann auch nicht als "nervig" abgewertet werden, wenn andere Minderheiten nicht zu faul sind, sich engagieren und auf ihre Forderungen eingegangen wird. Vermutlich haben sie auch einen größeren Leidensdruck als Du.

Ärgere und wundere Dich nicht, wenn sie sich nicht für Dich mit einsetzen, sondern sich vor allem für ihre eigenen Themen stark machen. Also nicht für besser ausgebildete Ärzte und mehr Forschung auf dem Gebiet der Adipositas zum Beispiel und nicht gegen Gewichtsdiskriminierung, sondern gegen die Diskriminierung Transsexueller oder PoC.
Wenn Du gereizt und "zickig" darauf reagierst, hat das nichts mit ihrem Engagement zu tun, sondern mit dem Ärger darüber, Dinge selbst zu ertragen, gegen die andere sich wehren.

Ebenso wie die gesellschaftliche Akzeptanz Mehrgewichtiger nicht damit vergleichbar ist, wenn man beruflich bedingt gelernt hat Beschimpfungen auszuhalten. Beschimpfungen durch psychisch kranke Menschen in besonderen Ausnahmesituationen nehme ich an und nicht durch z.B. Vorgesetzte oder Kollegen?
Bei Dir war das ein persönlicher, notwendiger Prozess in einer sehr speziellen beruflichen Situation, etwas, was zum Job gehört und nicht mit einer selbstbewussten Dicken gleichzusetzen ist, sondern das eine erworbene, temporäre Härte darstellt.
Auf diese Art der Härte und Abstumpfung kannst Du als Einzelperson gerne stolz sein, wenn es Dir guttut, aber Mehrgewichtigen als gesellschaftliche Gruppe bringt sie nichts. Sie ist auch nicht Ausdruck einer Kritik an der Gesellschaft oder eines Wandels. Außer Du glaubst, es sei eine Lösung von Diskriminierung, wenn wir (Dicke und alle anderen Minderheiten) zukünftig einfach stoisch ertragen und ignorieren, was uns verletzen soll, so wie Du es viele Jahre im Beruf gelernt hast? Zumindest wäre Deine Einstellung zum N-Wort, dann konsequent.

Eine persönliche Anmerkung: Etwas weniger Härte gegen Dich selbst jenseits des beruflich notwendigen Panzers würde Dich vielleicht empfänglicher und offener für die Würde und Verletzlichkeit anderer gesellschaftlicher Minderheiten machen. Sei nett zu Dir selbst.

@Bella- Bella
Ich glaube, da hast du irgendwie was falsch verstanden bzw deine Interpretation zu meinen Aussagen läuft in eine falsche Richtung.
Ich habe immer zu den ziemlich selbstbewußten " Dicken" gehört.
Lach. Da machst du genau der Falschen einen Vorwurf😏😎
Ich habe fast 4 Jahrzehnte in der Psychiatrie gearbeitet.
Ich kann gar nicht mehr zählen, wer und wie oft mich jemand als " fette Sau", "dicke Fotze" , " hässliche Schlampe" oder was auch immer beschimpft hat.
Das perlt mit der Zeit ziemlich an mir ab.
Ich bin ziemlich schlagfertig und verbal recht wehrhaft.

Geärgert hat mich eher, wenn subtile Abwertung meiner beruflichen Fähigkeiten geäußert wurden, weil ich groß und fett bin.
Aber auch da habe ich das nicht so stehen lassen.
Ich hatte sehr viele Kollegen, die schon in den 90iger recht frei mit ihrer "nicht genormten" Sexualität" umgingen.
War nie ein Problem für mich. Im Gegenteil. Ich mag bunte Persönlichkeiten lieber, als genormt graue.
Mir ist aber die sexuelle Präferenz meiner Kollegen oder andere Personen wurscht. Mich interessiert der Mensch, nicht seine Sexualität.
Bei Patienten gab es da schon mehr innere Zerrissenheit. Gerade, wenn die Geschlechteridentität ambivalent war und daraufhin Depressionen usw entstanden.
Ich glaube ich habe privat und beruflich mit sehr vielen "bunten" Menschen mehr zu tun gehabt, als die breite Masse der Gesellschaft es je haben wird.
Also von "Neid" kann definitiv nicht die Rede sein.
Mir nehmen andere, die für ihre Selbstverwirklichung kämpfen, definitiv keine Aufmerksamkeit weg.
Seltsame Sichtweise.

Wenn ich mich politisch mehr für die Akzeptanz von Mehrgewichtigen einsetzen wollte, würde ich das tun.
Bin ich aber zu faul zu.
Aber ich erwarte dies bestimmt nicht von dieser Datingseite, bei der das Forum nur eine kleine Randnische zum Austausch ist.
Zumal.
Auch du kannst hier Themen /Gruppen/Diskussionsrunden eröffnen, wenn dir das wichtig ist.




Und ich bleibe dabei.
Ich reagiere auf eine übertriebene Wokeness zickig, wenn Akzeptanz erwartet wird, aber gleichzeitig wenig Toleranz da ist, wenn jemand diese "Überempfindlichkeit" nervt.
Von Hass habe ich nie geredet. Und Kritik muß jeder aushalten, wenn sie sachlich und nicht beleidigend ist.
Das gehört zum Leben dazu.

Aber auch mit gutem Selbstwertgefühl als dicke Person sind häufig Stühle zu eng, Blicke von anderen schon mal abwertend und Ärzte, die nur über das Übergewicht reden wollen und nicht über meine Beschwerden.... eine Frechheit.

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