Nachhaltige Landwirtschaft - Möglichkeiten und Grenzen
Forum für Dicke, Mollige und Übergewichtige

Rundum Leben

Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Die Welttierschutzgesellschaft bemüht sich eine Liste zu führen mit Höfen/Anbietern die mutter-oder ammengebundener Kälberaufzucht praktizieren.

Im süddeutschen Raum (Bodensee, Allgäu, Linzgau und Oberschwaben) kann im regionalen Einzelhandel nach der Erzeugergemeinschaft "Heumilchbauern" suchen (auch demeter aber bzgl Kälberaufzucht noch strenger/konsequenter)

https://welttierschutz.org/hofliste-mit-mutter-oder-ammengebundener-kaelberaufzucht/
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Gerade bei Milchprodukten ist mir bestmögliche Haltungsform wichtig.
Ich liiebe Käse und möchte nur sehr ungern darauf verzichten.
Wenn irgendmöglich kaufe ich deshalb Demeter Produkte..auch wenn mir der esoterische Hintergrund nicht so wirklich passt :-((

Und die Preise echt gesalzen sind.
https://www.demeter.de/biodynamisches/landwirtschaft/tiere/muttergebundene-kaelberaufzucht

..und na klar-Pseudohuhn hats schon angedeutet - auch dort ist nicht alles Gold was glänzt. Leider.
Aber der Ansatz ist -für mich- wichtig und richtig.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Es gibt viele interessante Beiträge zu dem Thema. Wen es interessiert wie Mutterkuhhaltung abläuft

Hier z.B.

https://unsere-bauern.de/landwirtschaft-in-bayern/tierhaltung/mutterkuhhaltung/

oder:

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-tierhalter/wie-arbeiten-mutterkuhhalter

Ich verteufle auch Milchviehhaltung nicht, wenn sie artgerecht ist. So habe ich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit schon Vorzeigebetriebe gesehen, es gibt nicht nur schwarze Schafe.

Das Leben eines viehhaltenden Bauern ist in der heutigen Zeit nicht einfach, nicht Wenige geben auf. Die Abwertung des Berufsstandes und der nicht kostentragende Marktpreis zwingt gerade die kleinen Betriebe dazu.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
@Lurtz von Leng

Ich komm vom Bauernhof und bin höchstwahrscheinlich an dieses Bild gewöhnt.

Das mag sein, geht aber doch am Thema vorbei, dass etwas was für einen selbst nicht ins Bild passt, deshalb auch grundsätzlich unmöglich sein muss.

Meine Familie waren mütterlicherseits über Generationen Bauern, mein Vater hat über sein halbes Leben lang als Selbstversorger (auch schon sehr früh mit Strom und Wärme selbstversorgt und als Vegetarier gelebt - ich kenne also beide Seiten und weiß auch welche enormen Einschränkungen und welchen Verzicht ein solches Leben im Einklang mit der Natur bedeutet - ich könnte und wollte es nicht, dennoch ist es vorstellbar und man kann davon lernen.
Meine Urgroßmutter, ihres Zeichens Bäuerin durch und durch gab übrigens Mitte der Siebzigerjahre den Ideen meines Vates und meiner Eltern Recht - zum Unverständnis vom Rest Familie.

Ich frage mich, ob die Miss Jenny recht hat..

Du hast im zweiten Teil praktisch 1zu1 das wiederholt was ich bereits geschrieben hatte, Lurtz 🤷‍♀️
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Pseudohuhn*

""@Pseudohuhn
"ich glaube nicht, dass ein Landwirt mit Mutterkuhhaltung, die Jungtiere schleichend aus dem Verband nimmt" - Das kann er ja gar nicht, denn wenn die Mutterkühe nicht andauernd Kälbchen werfen, geben sie irgendwann ja auch keine Milch mehr, oder irre ich mich da?""


LurtzVonLeng, ja, für Milch muss die Kuh kalben.
Dennoch kann man und muss man die Jungtiere, vor dem nächsten Kalb, trennen von den Müttern, damit das Euter eine Möglichkeit, von mindestens 6Wochen bekommt, zur Ruhe zu kommen.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Lurtz von Leng

Ich frage mich, ob die Miss Jenny recht hat.. Jepp Miss Jenny, das müsste "Eine 100 Prozent vegane Lebensweise wird es WOHL nie geben" heissen und genau, das Bild ist meine Meinung. Richtig.
Ich komm vom Bauernhof und bin höchstwahrscheinlich an dieses Bild gewöhnt. Ich habe als Kind einmal zugesehen wie mein Paps und der Tierarzt ein Kälbchen mit Gewalt aus der Kuh ziehen mussten. War glaub falsch herum drin oder so. Krasse Bilder, aber etwas ganz normales in dieser Welt. Wenn eine Häsin ihre (was weiss ich) 20 Jungen warf hat sie ein paar aus dem Nest geschmissen. Und wir haben die Schweine noch selber geschlachtet. Mit allem Pipapo, Schwein abstechen, Schnaps, Schlachtfest und ein so widerlicher Gestank überall; erschreckend eigentlich für ein kleines Kind, aber niemanden hat´s gekümmert und ich glaube es hat mir auch nicht schlecht getan ;)

Zitat Miss Jenny: "werden wir uns neue Bilder schaffen MÜSSEN ob es und passt oder nicht, die Frage ist ob wir diese Bilder rechtzeitig geschaffen bekommen" - Du hast darauf hingewiesen, Miss Jenny wie schnell sich Bilder durch krasse Einschnitte (wie z.B. Corona, 9/11, Trump, Fukushima) ändern. Es muss aber tatsächlich aktiv am Ruder gerissen werden, um den Richtungswechsel zu schaffen. Präventiv sollte gehandelt werden. Fridays for Future stehen da meiner Meinung nach ganz richtig, zwischen Extinction Rebellion und den Grünen.

@Pseudohuhn
Zitat Pseudohuhn: "ich glaube nicht, dass ein Landwirt mit Mutterkuhhaltung, die Jungtiere schleichend aus dem Verband nimmt" - Das kann er ja gar nicht, denn wenn die Mutterkühe nicht andauernd Kälbchen werfen, geben sie irgendwann ja auch keine Milch mehr, oder irre ich mich da?
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Pseudohuhn

Gern geschehen, MissJenny. Es ist ein Thema welches mich sehr bewegt.
Und nachfragen ist nicht nur legitim, es ist, meiner Meinung nach, Pflicht.
Generell gesehen, nicht auf meinen Beitrag gemünzt.

Ich kann es auch nicht glauben, dass die Menschheit sich irgendwann mal >freiwillig< vegan ernährt (und lebt).
Ein großes anderes Thema.

Mutterkuhhaltung ist zur Fleischgewinnung, wenn ich mich nicht irre. Werde da gleich nochmal googeln.
Und wäre somit mit einem Milchbetrieb und den dazugehörigen Möglichkeiten Kälber aufzuziehen eine andere Welt.

Veganer und Hund&Katz. Viele ernähren ihre Hunde ebenfalls vegan. Einige sogar ihre Katzen. Meine Hunde ernähre ich nicht vegan. Ich barfe überwiegend mit ausgesuchtem Fleisch. Sobald ich meine große Tiefkühltruhe habe, werde ich mir ein Jungtier im Winter schlachten lassen, welches sein Leben draußen verbringen durfte. Ein Luxus, über den ich dankbar bin.

Und ja, es wäre ein Thema für einen eigenen Thread, deswegen belasse ich es jetzt dabei und freue mich über einen netten Austausch.

Eine kleine Ergänzung, da es ja anfänglich um die Nöte der Kälber ging. Ausnahmen gibt es immer, aber ich glaube nicht, dass ein Landwirt mit Mutterkuhhaltung, die Jungtiere schleichend aus dem Verband nimmt. Da gibt es ebenfalls ein Datum und die Tiere werden getrennt. Zudem glaube ich nicht, dass der Bulle durchgehend ein Jahr bei der Herde bleibt, weil die Gefahr besteht, dass er die Kuhkälber deckt, genau wie die Jungbullen auch decken wollen würden.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Miss Jenny

Zitat Lurtz von Leng: Eine 100 Prozent vegane Lebensweise wird es nie geben



Ich bezweifele, dass man das so sagen kann ohne Wahrsagekugel. Die Menschen im Mittelalter dachten sicher auch "Einen Menschen der fliegen kann wird es nie geben" und doch düsen wir inzwischnen massenweise durch die Luft.

Wenn uns Covid19 eines gezeigt hat, dann dass manches was vorher unvorstellbar erschien (ein Himmel ohne Flugzeuge zum Beispiel) unter extremen Bedingungen dann doch vorstellbar ist. So richtig gibt es das "das ist unvorstellbar" oder "das ist nicht umsetzbar" nach dieser Zeit irgendwie nicht mehr, finde ich.


Zitat Lurtz von Leng: Ausserden kann ich mir einen landwirtschaftlichen Betrieb ohne Tiere gar nicht vorstellen. Das passt nicht ins Bild.


Es passt nicht in Dein Bild wäre richtiger.
Was man sich vorstellen kann ist grundsätzlich schon möglich, denke ich.

Die Frage ist aber auch gar nicht ob es in irgendjemandes Bild passt - denn: so oder so werden wir uns neue Bilder schaffen MÜSSEN ob es und passt oder nicht, die Frage ist ob wir diese Bilder rechtzeitig geschaffen bekommen um das Ruder herumzureissen und ob die vegane Alternative überhaupt wirklich die eigentlichen Probleme lösen würde.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
maybe...

ch habe im letzten Jahr Urlaub in einem Bauernhof in Tirol gemacht, der Mutterkuhhaltung betreibt.

Es war im Winter, die Kühe mit ihren Kälbern, einem Bullen (und Katzen) lebten in einem Stall ohne Boxen mit der Möglichkeit frei rum- und rauszugehen. Die Kälber bleiben 10 bis 12 Monate bei der Mutter.

Zum Thema Mutterkuh- und Ammenkuhhaltung gibt es viele Informationen im Netz, samt einer Liste von Höfen, die das in Deutschland anbieten.

In Tirol, so erzählte mir die Bäuerin, gibt es ein zunehmend größeres Angebot. Die Preise fand ich realistisch, nicht überzogen.

Was ich ablehne ist Massentierhaltung und den damit einhergehenden Billigfleischwahn. Lieber weniger aus artgerechter Zucht.

Mal angenommen, würde die Welt auf reinen Veganismus umgestellt, gäbe es wohl keine Nutztierhaltung mehr und diese Spezies würde mehr oder weniger aussterben bzw im Zoo zu bewundern sein. Es würde wohl kein Bauer noch einen Anlass haben, diese Tiere zu halten, somit stürbe der Berufsstand eines Tiere haltenden Bauerns auch.

Wobei sich mir auch die Frage stellt, wie füttern Veganer ihre Katzen und Hunde artgerecht?

Diese beiden Ansätze bitte nicht als Wertung lesen, jeder soll so leben wie er es für sich als passend erachtet. Mich würde aber schon Mal interessieren, wie man mit diesen Aspekten umgeht.

Diesbezügliche Threads gab's hier schon. Eine sachliche Diskussion eher weniger.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Miss Jenny

Danke für die ausführliche Antwort Pseudohuhn, ich hatte mich gefragt, weil der Threadtitel halt so lautet (Du hattest ja vermutlich auch nicht wirklich nur Dich selbst mit der Frage gemeint) - natürlich habe ich keine Lösung dafür, aber ein Hinterfragen ist denke ich dennoch legitim.
Dass eine vegane Lebensweise manches Leid verhindern würde glaube ich zwar schon, es würde aber auch anderes und zusätzliches Leid verursachen. Wer das nicht glaubt muss nur mal schauen wie die konventionelle Ernte von Cashewkernen abläuft die ja Grundlage vieler Käsealternativen sind. Das sind alptraumhafte Bedingungen für Menschen und nicht selten für Kinder.
In diesem System einfach "nur" alles auf vegan umzustellen halte ich tatsächlich nicht für die Lösung, eventuell wäre das alles aber einen seperaten Thread wert.



Lurtz von Leng

@Teilzeitprinzessin
"Eine vegane Lebensweise würde viel Leid verhindern."

Es wird wohl so sein, doch ich weiss nicht ob das so einfach zu pauschalisieren ist. Erstmal weil sehr viele Menschen Fleischkonsum als kulturelles Grundbedürfnis betrachten. Und dann sind wir Menschen letztendlich Allesfresser und Endverwerter. Das Problem ist wie immer der Exzess. In der Produktion, dem viel zu häufigen Konsum und beim Wegschmeissen zum Schluss.

Das Vieh oder die Schweine im Stall machen Mist und produzieren somit Düngemittel, die in einer 100 Prozent veganen Schöpfungskette zum Beispiel in Marokko als Phosphat aus dem Fels gebrochen werden müssten. Ausserden kann ich mir einen landwirtschaftlichen Betrieb ohne Tiere gar nicht vorstellen. Das passt nicht ins Bild.

Ein Bauernhof ist aber auch kein Gnadenhof.. Das Fleisch sollte schon auch verwertet werden. Das machen wir jetzt schon seit manchen Jahrtausenden so.

Eine 100 Prozent vegane Lebensweise wird es nie geben, nicht einmal auf Weltraumstationen oder in den zu kleinen Staatengebilden ausgebauten Asteroiden in der Zukunft.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Teilzeitprinzessin


Eine vegane Lebensweise würde viel Leid verhindern.


Pseudohuhn

Zu einer Trennung nach einem halben Jahr oder länger habe ich keine Erfahrung, da ich die Ammenkuhhaltumg hier das erste Mal erlebe.
Ich kann nur sagen, welche Unterschiede ich erlebe direkt nach der Trennung von der Kuh, bzw Herde.
Als Schaden würde ich definieren ein gestörtes Verhalten im Herdenverband. Und da auch nur bei den Kühen, da die Bullen oftmals nicht erwachsen werden.

Benachbarte Koppeln.
Ein guter Gedanke.
Aber...diese benachbarten Koppeln mit jeweils ausreichender Größe, Unterstände (Wäldchen), die Möglichkeit eine Tränke zu installieren, in der Nähe einer Stromquelle und das in doppelter Ausführung, weil wie gesagt, irgendwann kein Gras mehr da ist, diese Koppeln muss man besitzen.
Dann mag man kaum glauben, wie Kühe und auch Kälber reagieren, wenn sie plötzlich nicht mehr zueinander können, auch wenn sie nur durch einen Draht mit Strom getrennt sind. Nicht selten gehen die Tiere durch den Zaun .
Dann steht die ersten Monate noch ein Bulle mit auf der Weide, dass macht die Sache nicht leichter.
Selbst wenn ein einfacher Stromzaun ausreichen würde , ist es ein riesiger Zeitaufwand zwei, drei Mal am Tag die Kälber hin und her zu hüten. Ist ja nicht so, dass sie einfach wieder getrennte Wege gehen.
Gerade in den Sommermonaten hat ein Landwirt unheimlich viel Arbeit.

Natürlich ist es nicht Sinn, ein Kalb ohne Mutter zu lassen, aber, dass ist Landwirtschaft.
Da kann man sich noch so sehr auf den Kopf stellen, daran wird sich leider nichts ändern.
Im übrigen heißt Einzelhaltung nicht Isolation. Jedes Kalb muss die Möglichkeit haben mit dem Nachbarkalb zumindest Kontakt über den Kopf zu haben. Es muss Artgenossen sehen und hören können.
Alles nicht toll, aber dass ist der Stand der Dinge.
Die erste Woche, die ersten zwei Wochen sind richtig ätzend, aber nicht anders umzusetzen.
10, 15, 30 Kälber mit 2, 3, 4 Tagen kann man nicht in Gruppen laufen lassen. Sie sind zu Jung um selbstständig, regelmässig Milch am Automaten zu trinken. Sie würden zudem zu viele Kalorien verbrauchen als zu sich nehmen. Und diese Menge Kälber in einer Gruppe mit der Flasche zu Füttern ist auch nicht möglich. Man würde auch nicht schnell genug mitbekommen wenn eines krank ist und die Ansteckungsgefahr ist zu hoch.

Die Milchpreise sind unterirdisch, da kann sich kein Landwirt leisten noch ein halbes Jahr das Kalb von der Kuh trinken zu lassen.

Es sind viele Faktoren, die es nicht möglich machen Rinder (und Schweine und Hühner und....) so zu halten, wie es am schönsten wäre.
Solange der Mensch so viele tierische Erzeugnisse zu sich nimmt wie er es aktuell macht.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Donna Plus


Zitat Pseudohuhn: "...ob die Menschen, die immer wieder fordern, dass die Kälber nach der Geburt nicht der Mutter weggenommen werden, es besser finden, wenn das Ganze nach einem halben, dreiviertel Jahr passiert."

Mei, was heißt schon besser? Halbwegs gut? Nö. Aber besser als total, vollständig, überhaupt indiskutabel.

"Zitat Pseudohuhn: Und daneben ein Kalb, welches nicht bei der Mutter blieb, in seiner Einzelbox lebt für um und bei eine Woche."

Schon die Einzelbox an sich ist ja für ein Herdentier nicht in Ordnung, egal ob Mutter oder Amme.


"Zitat Pseudohuhn: Aber ich kenne kein Kalb, welches Schaden genommen hat durch die Trennung. Sie sind zu "normalen" Kühen/Bullen herangewachsen."

Wie würdest Du denn einen "Schaden" im Zusammenhang mit einer Trennung von der Mutter definieren und erkennen? Kennst du ein Kalb, das einen Schaden genommen hat durch die Trennung von der Amme und nicht zu einem "normalen" Rind herangewachsen ist?


Zitat Pseudohuhn: "Und wie soll so eine SchrittweiseTrennung aussehen bei einer Herde die draußen lebt? Die ersten Monate noch mit Bullen."

Benachbarte, aber getrennte Boxen, bzw. Weiden/Koppeln. Lange Zeit zuvor kurze, zeitlich ansteigende Trennungen. Ist das vom Aufwand und der Zeitinvestition nicht wahrscheinlich, dass ein Betrieb das so tun wird? Natürlich, aber unmöglich wäre das nicht.

Selbst wenn Hundewelpen oder Katzenwelpen nicht vor der empfohlenen 14. Woche (alles andere als ausgewachsen) abgegeben werden, ist eine Trennung dennoch sehr hart für die Tiere, sie deshalb ohne Muttertiere aufwachsen zu lassen, wäre dennoch für niemanden eine Option, das Absetzen von Pferdefohlen ist ebenso hart oder von Nagern, allen Tieren, die Konsequenz ist doch nie, dass man das Tier besser gleich ohne Muttertier bzw. Ammentier aufwachsen lässt und auch nicht ein Herdentier komplett in Einzelhaltung.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Lurtz von Leng

ch frage mich ob es wirklich nötig ist Fleischproduzent für die ganze Welt sein zu wollen und ausgerechnet mit Soja aus Brasilien zum Beispiel. Der Einsatz von sehr viel Antibiotika ist in der Massentierhaltung angeblich auch ganz normal und die Gülle überschwemmt überall das Grundwasser.

Würde es nicht besser sein, wenn deutlich weniger Fleisch produziert wird? Nicht in automatisierten Fabriken, sondern in landwirtschaftlichen Betrieben.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Frau Mahlzahn

Zitat Pseudohuhn: Wir müssen leider einiges Akzeptieren, wenn wir Fleisch, Milchprodukte und Co. im Kühlschrank haben wollen.

ODER!:
wir akzeptieren wesentlich höhere Preise und fahren unseren Konsum auf das Nötigste zurück...wie es ja von strengeren Ökolabeln angestrebt wird.




Pseudohuhn

Höhere Preise oder/und den Konsum runter schrauben ändert leider nicht, das Kälber nach der Geburt weggenommen werden, Ferkel ohne Betäubung kastriert (wenn auch verboten) werden. Zu viele Tiere auf engem Raum sind. Kälber verhungern, weil der Landwirt sich die Tierarztkosten sparen will.
Ich weiß von einer Demeterherde mit Horn, die sich verletzen, weil sie zu wenig Platz haben. Der Kunde gibt "guten Gewissens" mehr Geld aus und weiß gar nicht, dass ein konventioneller Bauer, drei Straßen weiter seinen Tieren ein besseres Leben beschert.
Uns muss bewusst sein, dass wir dafür verantwortlich sind, dass es Tieren schlecht geht, weil wir sie essen wollen.
Das können wir nur verhindern, wenn wir einen Landwirt wirklich kennen und seinen Umgang mit den Tieren und auch den Weg zur Schlachtung und deren Ablauf.
In der Nähe meines Heimatortes gibt es eine kleine Schlachterei, die nur ausgesuchte Landwirte als Kunden hat. Die schauen sich jeden Betrieb vorher an.
Sie versuchen wirklich so wenig Tierleid wie möglich zu produzieren.
Aber wie geht es den Tieren, wenn sie in dem Schlachthof kommen?
Wir müssen einiges Akzeptieren.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Pseudohuhn

Du hast Dich selber gefragt.

In einem riesigen Stall, wo man Trenngitter hat, die die Tiere nicht durchbrechen können, wäre es machbar. Da könnte man schiebern.
Ist aber nicht umsetzbar, weil es Unmengen kostet und man zudem den Platz haben müsste.
Macht kein Mensch, weil nur durch die Ammenherde kein Geld verdient werden kann.

Draußen hat man einfach keine Möglichkeit diesen Gedanken gesichert umzusetzen.
Auch, weil die Tiere nicht die ganze Zeit auf einer einzigen Weide stehen, weil nach einer Weile kein Gras mehr da ist und sie auf eine andere Weide umziehen müssen.

Es gibt viele tolle Gedanken um es den Tieren besser gehen zu lassen, aber leider passen nur wenige in die Landwirtschaft.

Mein Chef hält zB eine der Milchkühe auch als Ammekuh, dann kommen zwei drei Kälber in ein Abteil neben dem Laufstall (drinnen) und zwei Mal am Tag kommt die Kuh "ins" Fressgitter und die Kälber kommen aus dem Abteil raus in den Laufstall und können bei der Kuh trinken und toben dann auch noch manchmal ein bisschen durch den Stall.
Kostet dem Bauern einiges an Extrazeit.

Viele Dinge scheinen so einfach umsetzbar zu sein. Aber in der Regel nur, wenn man mit der Landwirtschaft nichts zu tun hat.
Wir müssen leider einiges Akzeptieren, wenn wir Fleisch, Milchprodukte und Co. im Kühlschrank haben wollen.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Pseudohuhn

Gerne, Sirona.

MissJenny
Und wie soll so eine SchrittweiseTrennung aussehen bei einer Herde die draußen lebt? Die ersten Monate noch mit Bullen.

Und natürlich ist es nicht schön und nicht optimal die Kälber nach der Geburt den Kühen zu nehmen.
Aber ich kenne kein Kalb, welches Schaden genommen hat durch die Trennung. Sie sind zu "normalen" Kühen/Bullen herangewachsen.
Schaden haben Kälber genommen, weil der Landwirt oder/und Angestellte sich nicht ordentlich um das Kalb gekümmert hat.

Widernatürlich ist der ganze Sinn der Nutztierhaltung so und so.



Miss Jenny

Zitat Pseudohuhn: Und wie soll so eine SchrittweiseTrennung aussehen bei einer Herde die draußen lebt? Die ersten Monate noch mit Bullen.
-----
Keine Ahnung, deshalb frage ich ja.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Sirona

Danke für den interessanten Aspekt, das war mir so nicht klar.


Miss Jenny
Ich frage mich warum die Kälber von den Ammenkühen so abrupt und nicht schrittweise entwöhnt werden (können)?
Dass eine solche radikale Trennung von jetzt auf gleich traumatisch ist, überrascht glaube ich niemanden.

Die Trennung nach der Geburt erscheint einfach instinktiv falsch - dass ein solches Babytier wirklich ohne Defizite und ohne enormen Stress groß wird, sorry aber das kann ich einfach nicht glauben - egal ob es auf den ersten Blick okay wirken mag, aber das erscheint mir im Grundsatz einfach widernatürlich zu sein.
Erstellt von einem Mann oder einer Frau
13.09.2020
Pseudeohuhn fragte sich:

...ob die Menschen, die immer wieder fordern, dass die Kälber nach der Geburt nicht der Mutter weggenommen werden, es besser finden, wenn das Ganze nach einem halben, dreiviertel Jahr passiert.

Gestern haben wir die Ammenkuhherde aufgelöst. Die Kühe in den NoFence-Bereich und die Kälber in den Stall.
Die Kälber zu sehen und zu hören, wie sie sinnlos nach den Kühen rufen. Teilweise schon heiser sind. Die Ecke anstarren. Nicht zur Ruhe kommen. Angst haben. Überfordert sind. Nicht ordentlich fressen. Das bricht einem das Herz.
Und daneben ein Kalb, welches nicht bei der Mutter blieb, in seiner Einzelbox lebt für um und bei eine Woche. Es beobachtet alles, findet die Fliegen irre interessant, hoppst und buckelt und steigt auf seinen Futtertopf mit den Vorderbeinen um besser über die Boxenwand zu schauen. Um sich danach hinzulegen und zu schlafen.
Währen die Ammenkuhkälber die Welt nicht mehr verstehen.