Wieso sind Diskussionen so schwierig?

in „Smalltalk“

Zu diesem Thema gibt es 543 Antworten

@Kurvenfan - nun eben die Härte beim Tonfall in Foren-Diskussionen hier hat nach meinem Empfinden nicht zugenommen. Entgleisungen und Angriffe unterhalb der Gürtellinie gab es vor 15 Jahren auch schon. Früher hatten viele aber noch kein Smartphone. Oder die Leute haben nicht sofort nach dem Nacktbaden im Pool oder Planschen im See direkt ihr Smartphone gezückt und bei schlechter Internetverbindung mühsam lange Texte für Foren oder Social Media auf ihrem Mini-Bildschirm ihres Smartphones verfasst. Viele Forenbeiträge entstanden wohl tatsächlich vor 10-15 Jahren am Feierabend am heimischen PC.

Die Reaktionsgeschwindigkeit hat seitdem deutlich zugenommen, daß das so manchen überfordert, da magst du durchaus Recht haben.

PS ja früher hast du dich tatsächlich in manche Diskussionen regelrecht verbissen - seit einiger Zeit bist du aber deutlich ruhiger und reflektierter unterwegs 🙂.

Heute, 14:03

@Carla-1

Sollten wir nicht freundlich bleiben, ich wünsch einen schönen entspannten Tag. 😉



Ausgelagert weil es Off-Topic ist.

Du verwechselt Unfeundlichkeit mit Meinungsäußerungen.

Man kann eine Meinung freundlich vertreten und trotzdem einer Person inhaltlich widersprechen.

Du darfst hier ja Z-Schnitzel und N-Kuss schreiben. Kein Mensch kann dir das verbieten. Aber es ist eben auch niemand verpflichtet das toll zu finden.

In den Neunzigern war z.b. auch Bodypositivity noch kein großes Thema. Da galt Size Zero als einziges Schönheitsideal und alle anderen waren halt fett und hatten die Klappe zu halten und abzunehmen. Sehr vereinfacht ausgedrückt.

Dann wurde es ganz kurz besser, übrigens vor allem durch woke und queere Menschen wie Beth Ditto z.b. und jetzt geht es (auch modisch!) wieder back to the nineties zu low-waist jeans und dem sogenannten Heroin-Chic, also bitte als Frau dünn, dünner, am dünnsten sein.

Ich wünsche mir nicht die Neunziger zurück - als dicke Frau war es da wirklich nicht schön. Zu einer Zeit, als Leute einem noch viel offener ihre ungebetene Meinung zur Figur ins Gesicht blökten, weil man da noch alles sagen 'durfte' und es als Humor galt.

Man kann sich m.E. eben nicht die Kirschen rauspflücken.

Bodyshaming- da sind wir streng und verbitten uns Wertungen aber die sensiblen Themen anderer sollen bitte wie in den Neunzigern abgehandelt werden dürfen.

Du darfst das natürlich weiter so machen, ich muß dich dafür aber nicht loben und toll finden.

Der kleine dauerbeleidigte Junge hat einfach ein Problem mit dem Verstehen und Anwenden von Begriffen, wie alle AfD-ler halt.

Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass alle gefälligst derselben Meinung zu sein haben wie er.

Die Mehrheit ist nämlich nicht seiner Meinung und dann verwendet er Begriffe (wie denn Begriff Backlash neulich auch) deren Sinn und Inhalt er nicht versteht, kriegt Gegenwind und heult dann rum, pöbelt und droht und plustert sich künstlich auf.

@rk76

Ohne Beleidungen kannst du wohl nicht, spricht nicht gerade für dein Selbstvertrauen.

Natürlich haben nicht alle dieselbe Meinung, wenn aber AFD ob allein oder gemeinsam mit CDU ne andere Meinung haben als Grüne, SPD, Linke .... dann ist es eben die Mehrheitsmeinung

Backlash bedeutet Gegenreaktion. Die Welt dreht sich weiter, nur eben nicht so wie viele das gern hätten. Siehst du nicht was in der gesamten westlichen Welt seit Jahren passiert? Allerdings lass ich mich von dir auch nicht provozieren.

Und jetzt darfst du weiterschimpfen.

@ Your next Lover
Die Frage ist doch, was haben denn AFD und CDU zusammen für eine Meinung?
Ja es könnte sein, dass die Wähler aus AFD und CDU knapp die Mehrheit der Stimmen in Deutschland darstellen. Nur ich glaube du interpretierst hier ziemlich frei nach deinem eigenen Gusto, was denn diesen Menschen wirklich wichtig ist.

Mich würde interessieren, was in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Welt passiert? Das wäre ja ein wertvoller Punkt für eine Diskussion.

Ich habe über deine Frage nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen;

Was sich, nicht nur in der westlichen, Welt verändert hat, ist, dass Rechtsextremisten und Faschisten ihre Länder, als sie an der Macht waren, ruiniert und einen Scherbenhaufen hinterlassen haben:

- Duterte
- Putin
- Orban
- Trump
- Bolsonaro
- Kaczynski

Das sind jetzt nur die, die mir gerade spontan einfallen.

Edit:

Hier explizit zur AfD:

https://www.iwkoeln.de/studien/knut-bergmann-wirtschaftliche-folgen-des-afd-erstarkens.html
https://www.diw.de/de/diw_01.c.906407.de/afd-politik_haette_katastrophale_wirtschaftliche_konsequenzen.html

@rk76
Scherbenhaufen hinterließen sozialistische, also Linksextremisten gleichermaßen.

Zu Russland: Die Rohstoffsupermacht schlechthin, von der auch die USA trotz eigener Rohstoffe, Rohöl abnehmen ist mit Sicherheit nicht ruiniert, durch den Krieg geschwächt, noch geschwächter ist dadurch Europa.

Zu Ungarn: Namhafte deutsche Autohersteller erweitern dort ihre Werke, während sie hierzulande abgebaut werden.
Ruiniert sieht anders aus.

EU allgemein: pro Europa korreliert nicht mit pro EU. Ungarn und Polen werden nicht das Gesellschaftsmodell akzeptieren wie Deutschland oder die Niederlande.

Ein Backlash ist eine RÜCK (back) entwicklung bereits erreichter Fortschritte.
Die Welt dreht sich ZURÜCK nicht weiter. Das sagt doch das Wort schon aus.
Du willst doch auch zurück in die Vergangenheit der Neunziger und nicht vorwärts in die Zukunft. (Ausser bei Bodypositivity halt)

Eben...

Häh??

Du schreibst: Die Welt dreht sich weiter, entwickelt sich fort. Backlash!

Ich antworte: Ein Backlash ist der Versuch eine Rückentwicklung zu erzwingen. Die Welt dreht sich dann nicht WEITER, sie dreht sich (gewollt) ZURÜCK.

Und du schreibst: Eben!

Ja, was denn nun? Vor oder zurück?

Beides geht nämlich leider nicht.


Teil deines herbeigesehnten Backlashs wäre, dass Frauen dann gar nicht mehr so lasziv üppig und auf sinnliche Lust fokussiert sein sollen.

In deinem Nineties Traum werden die Frauen wieder möglichst wenig Raum einnehmen sollen. Auch körperlich.
Und weniger freie Liebe wird auch sein.
Kein zu dritt auf der Spielwiese wachwerden, sondern Kernfamilie, Kinder und ein schlanker, leistungsfähiger Körper.

Ich sag's nur, damit du hinterher nicht enttäuscht bist

@ Carla-1
Du musst das anders sehen. Das wäre eher eine Frage der Perspektive. Bei rückwärtsgewandt denkenden Menschen ist ja "früher" vorne. Also der Zielzustand quasi rückwärts. Das erklärt vielleicht dann auch die Sichtweise, dass hier eine Rückentwicklung ein Fortschritt ist.

Was die körperliche und freie Liebe angeht kann ich dir nicht so ganz zustimmen. Denn da gab es auch früher in den 80er und 90ern schon genügend Möglichkeiten. Das wurde dann eben nicht öffentlich so zur Schau getragen, aber gerade Männer hatten da die geringsten Probleme mit. Die wirklich Leidtragenden an der Situation wären tatsächlich die Frauen...

Das wurde dann eben nicht öffentlich so zur Schau getragen


Das ist allerdings die Definition von frei. Dass es eben NICHT im Verborgenen geschieht, sondern offen und FREI.

Homosexuelle gibt es schon immer. Die Freiheit dies ungestraft leben zu können gibt seit 1994 (da soll ja der Backlash hin, in Zeiten als das noch verhandelt wurde)

Die Freiheit zu heiraten haben wir seit 2007.

Was das mit YNL zu tun hat? Die sexuelle Freizügigkeit und Freiheit die er sich wünscht haben nicht Schwarzenegger, van Damme und Co. in den 90ern mit Mukkis und harten Sprüchen erkämpft sondern größtenteils die queere Community. Drängt man die mit einem Backlash zurück wird es ganz hurtig auch mit den eigenen Freiheiten finster aussehen.

@Carla-1
Nur würde ich behaupten, dass gerade YNL das am wenigsten trifft. Der ist halt so gestrickt, der wäre auch mit einer dicken Hausfrau am Herd glücklich. Und die gab es ja nun mal früher auch zur genüge.

All die gesetzlichen Anpassungen zur Gleichbehandlung betreffen halt auch in erster Linie die queere Community. Daher ist ja nur logisch und richtig, dass die auch dafür gekämpft haben.

Warum sind Diskussionen heute schwieriger? Wenn man das ganze weiter fasst, weiter betrachtet, dann gehe ich übrigens mit. Also, Diskussionen sind nicht schwieriger geworden, aber etwas anderes ist passiert, das Zusammenleben insgesamt, z.B. die Freundlichkeit, die Gelassenheit, der Umgang miteinander ist schwieriger, unangenehmer, rauer geworden und dafür gibt es schon Gründe. Gar nicht so sehr, weil sich Meinungen und Sichtweisen weiter auseinander bewegt hätten, das war schon immer so, sondern, weil alles plötzlich elementarer geworden ist, Probleme sind weniger hypothetisch, sondern realer geworden. Wenn wir uns, die Gesellschaft, in zwei Teile aufteilen, so ganz klar trennen lässt sich das natürlich nicht, aber es kommt so grob schon hin, dann sehen wir jeweils auf unserer Seite die Ursachen, die Gründe und natürlich Lösungen in völlig verschiedenen Punkten, aber, es ist für beide Seiten elementar. Wir bemerken alle wirklich große Probleme, hohe Inflation, Preise, die man nur noch mit großem Geldbeutel locker bezahlen kann, Kriege kommen näher zu uns und zwar so, dass nicht mehr auszuschließen ist, dass man selbst einmal mitten drin stecken wird (ich war jung im kalten Krieg, der definitiv ernst war, ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeiner von uns so Sorge hatte vor tatsächlichem Krieg im eigenen Land hatte), zumindest ein Teil dieser zwei Teile hat richtig, richtig Angst vor der Klimakatastrophe, Wasserknappheit usw., wirtschaftlich sind wir schon sehr lange nicht mehr vor solchen Herausforderungen gestanden, global und national, wir haben erlebt, was in einer Pandemie passiert, die Liste ist noch länger erweiterbar, ich denke, der Punkt ist klar. Es gab immer massive Meinungsdifferenzen, es gab immer sehr weit auseinander liegende Sichtweisen, aber dass es für eine Mehrheit der Bevölkerung mehr ans Eingemachte geht (für Teile war das schon immer so), das ist neuer. Natürlich macht sich das an der Stimmung sichtbar, natürlich ist man dann nicht mehr so cool miteinander, wenn man mit demjenigen spricht, der aus der eigenen Betrachtungsweise entweder mit-schuld an einer problematischen Situation ist, einer Gefahr oder aber zumindest der Klotz, der eine Lösung verhindert. Auch generell empfinde ich hier zumindest die Menschen einfach angespannter und schwieriger.

@ Alea.iacta.est
Ich würde dir im Kern zustimmen jedoch glaube ich nicht an die 50/50 Verteilung. Unsere Gesellschaft ist viel fragmentierter als du glaubst in meinen Augen. Und gerade das führt dazu, dass es überhaupt gar keine klaren Mehrheitsverhältnisse mehr gibt.

Früher waren die Leute vielleicht auch unzufrieden. Da gab es im politischen Kontext jahrelang Parteien die alleine noch knapp 50% der Stimmen erreichten. Daran ist heute nicht mehr zu denken.

Es gibt ja viele Überschneidungen in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.
Also man ist sich mit Thema a durchaus einig aber Thema b ist direkt wieder ein KO-Kriterium. Deswegen ist auch keine Zusammenarbeit mehr möglich.
Ich glaube einfach dass aus dieser Situation heraus und weil jede Seite natürlich ganz klar auf ihrem Standpunkt behaart kein gesellschaftlicher Konsens mehr möglich ist.
Das überträgt sich natürlich auch durch Medien und unser gesellschaftliches Verhalten auf die Menschen.

Insgesamt würde ich sagen gibt es weniger Kompromissbereitschaft. Das lässt sich allein schon dadurch feststellen, dass es aktuell als Schwäche gilt nicht für sich selbst zu kämpfen und seine Interessen durchzusetzen. Aber das hat eben halt auch alles Konsequenzen...

Theoretisch wäre zu überlegen ob das Problem nicht auch ein Stück weit durch unseren Individualismus geprägt ist.
Zu viel Individualismus führt nämlich meiner Meinung nach dazu, dass Gesellschaften nicht mehr als homogene Einheiten agieren können. Zwar stehen dem Individuum in unserer Gesellschaft sehr hohe und sehr vielschichtige Rechte zu, dies bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass wir es verpasst haben diese Rechte auch mit entsprechenden Pflichten zu kombinieren.

Nur würde ich behaupten, dass gerade YNL das am wenigsten trifft. Der ist halt so gestrickt, der wäre auch mit einer dicken Hausfrau am Herd glücklich.

Dann hast du wohl im Forum überlesen, dass der Herr sich zwei bis drei Freundinnen wünscht, die sich ihn im Bett teilen und zugleich ihm aber ganz brav treu sind.
Das ist für einen Mann, der darauf pocht in Deutschland in den Neunzigern voll normal sozialisiert worden zu sein und deshalb die richtigen Werte zu haben schon ganz schön queer.
Also die Möglichkeit mit 2-3 bisexuellen Frauen in einer Art Kommune zu leben, meine ich. 😄
Erkämpft hat er sich die Toleranz der Gesellschaft dafür nicht, hat andere die Kastanien aus dem Feuer holen lassen und hat dabei für andere aus der queeren Community, wie Transpersonen gar nicht mal so viel Respekt übrig, redet von Regenbogen-Ideologie. Regenbogen ist natürlich nicht wenn ein Mann mit drei Bi-Frauen das Bett teilt. Klar.
Der Backlash wird es sicher richten, dass er maximale Freiheit hat und die anderen nicht. 😄

@ Carla-1
Naja sind wir doch Objektiv. Dann geht er wie früher in den 80er oder 90ern auch schon üblich einmal die Woche in den swingerclub und dann hat sich die Sache für ihn auch erledigt.

Ich bin weiterhin der Überzeugung dass der Schaden für YNL der geringste wäre und es daher nichts nützt auf diesem Weg an ihn zu appellieren.