Eure Meinung ist gefragt
Wir haben alle Erfahrungen bei einer oder einigen Plattformen. Du trittst mit einer Person in Kontakt, du schreibst ,vielleicht sogar über lange Zeit. Diese Person hast du noch nie im realen gesehen. Was sagt ihr ? Können sich da Gefühle entwickeln ?
Klar. Ob die allerdings eher Ausdruck der Vorstellung sind oder der Wirklichkeit stand halten, das kann nur die Realität zeigen.
Bis zu einem bestimmten Grad kann man da sicher Gefühle wie Sympathie für Online-Kontakte entwickeln. Aber für eine echte Verbindung brauche ich zumindest ein reales Erleben - ein persönliches Kennenlernen statt parasoziale Beziehungen.
Klar. Das Kopfkino und die Fantasie sorgen schon dafür 😉
Nur leider hat das mit der Realität bzw der realen Person oft nichts zu tun.
Bei realen Treffen kommt leider sehr häufig eine Ernüchterung.
Skypen o.ä. ist natürlich hilfreich, da man sein Gegenüber sieht.
Aber auch das ist keine Garantie.
Man hat das Gegenüber ja bisher noch nicht in der sozialen Interaktion mit Mitmenschen erlebt .....
Ich persönlich habe früher sehr viel nach dem individuellen Körpergeruch von einem Menschen entschieden. Nicht jeder, der nett ist, riecht für mich anziehend. Bei körperlicher Nähe finde ich das ausschlaggebend.
Ich kann mit jemandem befreundet sein, ihm ( ihr) aber nicht sooo nah kommen wollen, wie es für Sex wichtig wäre 😉
Freundinnen von mir, habe ich betr eigenem Körpergeruch sogar in deren Wechseljahren anders wahrgenommen, als vorher.
Was sagt ihr ? Können sich da Gefühle entwickeln ?
Ja, schon. Ich habe mich online schon regelrecht verknallt. Dabei muß einem eben immer bewusst bleiben, dass man nur einen kleinen und stark kurartierten Ausschnitt des Gegenübers präsentiert bekommt. Die schönsten Blickwinkel, ausgesuchte Zeiten, nur das was der andere erzählen will.
Als echte Gefühle würde ich das nicht bezeichnen. Sogar bei platonischen Freundschaften kann sich das Bild noch stark verschieben, wenn man sich gegenüber steht. Damit meine ich nicht zum Negativen, es wird einfach nur anders. Die Gefahr ist vielleicht, dass man dann eher dazu neigt Alarmzeichen bei der ersten Begegnung in Person zu ignorieren, weil man sich davor schon so reingesteigert hat. Ich finde das einen gefährlichen Balanceakt und würde immer zum relativ schnellen Treffen raten. Danach kann man sich immernoch monatelang schreiben, aber man hat dann ein ganz anderes Gefühl für das Gegenüber.
Mein Eindruck ist, dass Leute, wenn nicht direkt der Blitz einschlägt sie es nach dem ersten realen Treffen ganz sein lassen. Das finde ich wiederum keine gute Idee.
Wirklich auf einen Schlag verliebt habe ich mich z.b. praktisch noch nie. Schwärmerei und verknallt sein würde ich nicht als verliebt sein bezeichnen. Das ist die Vorstufe dazu, mehr ist m.E. online nicht möglich. Schlägt dann der Blitz beim ersten Treffen nicht ein, finde ich dass das gar nichts heißen muss.
Ich bin zum Glück anders gestrickt
Es ist bis zu einem gewissen Zeitpunkt interessant und schön und prickelnd aber dann kommt der Kopf Mensch durch und die Vorsicht übernimmt
Auch Kopfmensch hier: Online wird Interesse geweckt, ob dann die Chemie stimmt, entscheidet das persönliche Treffen.
... darum nicht lange warten mit dem Treffen, denn dann kann die sogenannte Realität so oder so nicht mehr mit dem Bild im eigenen Kopf mithalten.
Kommt natürlich auch immer darauf an was man genau unter schnell versteht und auch wie die Zeit vor einem Treffen genutzt wurde. Auf einer anderen Plattform hat mich ein Mann über Monate immer wieder mit Smalltalkfragen "Wie geht's?" und "wie war dein Tag" angeschrieben. Die habe ich damals auch brav beantwortet, so wie man Smalltalk beantwortet. Irgendwann sagt er, jetzt hätten wir aber schon so lange miteinander Kontakt, jetzt könnten wir uns aber wirklich mal treffen. Da habe ich in einer Viertelstunde schon mehr über Menschen/Männer erfahren, wie von ihm über Monate.
Was Ihr aber auch für Menschen kennenlernt.
Halte im Übrigen den Zwischenschritt des Telefonierens (mit oder ohne Wählscheibe) sinnig.
"Tbs.
Heute, 08:31
Was Ihr aber auch für Menschen kennenlernt."
Ich hab ihn ja eben nicht kennengelernt.
Aber ich habe eben über Jahre gedatet. Wenn man nicht vorher schon gewusst hätte, dass Menschen sehr kurios sind, danach auf jeden Fall.
Dem Telefonieren verweigere ich mich vollständig.
@ Alea.i.e
Darf ich fragen, warum du nicht telefonieren magst ?
🤔
Generell oder nur bei Dates zum Kennenlernen?
Mich würden die Beweggründe interessieren.
Ich gehöre auch zum Team Kopfmensch.
Auch bei mir zeigt sich im Onlinekontakt erstmal ob ich überhaupt Interesse an dem Menschen habe/bekomme, eine gewisse Sympathie für ihn entwickeln kann um ihn dann, im besten Fall, real treffen zu wollen.
P.S. Wenn mein Gegenüber mich schon nach ein paar belanglosen Sätzen z.B., treffen will kommt bei mir immer das Gefühl der Wahllosigkeit rüber. Ein paar nette Worte, ein paar Bilder reichen bei mir nicht um das Interesse für ein Treffen zu wecken.
Ich halte aber überhaupt nichts von der "Nicht lange warten auf ein Treffen-Taktik" Ich lasse mir da Zeit, ich nehme mir die Zeit die ich da für ein reales Treffen brauche und will.
Solche "schnellen" Treffen habe ich natürlich auch schon ausprobiert aber die hätte ich mir ausnahmslos ALLE ersparen können.
Es scheiterte meisten daran das sich so einiges herausstellte was grundlegend nicht passte und was man schon vorher hätte klären können um sich das Treffen zu ersparen.
Da nützt es mir auch nix wenn mein Gegenüber sympathisch ist aber dann plötzlich in einer Beziehung z.B. lebt (mich also angelogen hat) und meinte wenn ich ihn erstmal gesehen habe ist mir das dann auch nicht mehr wichtig, dann Männer die gar nicht dazu in der Lage waren zu kommunizieren (beim Treffen) usw.
Ich lasse mir Zeit und fahre sehr gut damit. Zwischen den Zeilen liest man doch so einiges bekommt man doch so einiges mit und so manch einer zeigt dann auch schon sein wahres Gesicht!
Und wenn mein Gegenüber sich in irgendwas vor dem Treffen verrannt hat kann ich nichts dafür. Deswegen werde ich mich nicht "schneller " mit jemanden treffen. Ich habe auch keine Probleme meinen Gegenüber daran zu erinnern den Ball mal flach zu halten weil man sich eben real noch gar nicht kennt.
Ich telefoniere auch nicht vor einem Treffen, da bin ich auch raus.
Ich telefoniere privat grundsätzlich nicht gerne aber ich habe keine Probleme wenn man sich Sprachnachrichten schickt. (Da kann ich die Männer auch verstehen wenn sie hören möchten ob sie wirkl. mit einer Frau schreiben)
"Solche "schnellen" Treffen habe ich natürlich auch schon ausprobiert aber die hätte ich mir ausnahmslos ALLE ersparen können.
Es scheiterte meisten daran das sich so einiges herausstellte was grundlegend nicht passte und was man schon vorher hätte klären können um sich das Treffen zu ersparen."
Das übernehme ich für mich exakt so. Und anders als bei etwas Schreiberei macht man sich ja dann für ein Date hübsch, investiert Zeit, hat Fahrtzeit und Kosten investiert, muss den Kaffee bezahlen usw. und im schlimmsten Fall, auch das hatte ich schon öfter, hat man dann eine wirklich extrem unangenehme Begegnung gehabt, die bei mir lange nachhallt, digital habe ich da schon auch ein bestimmtes Gedächtnis, aber da trifft es nur eine Ebene, persönlich hat sehr viel mehr Ebenen, z.B. auch das körperliche.
Ich kann sogar soweit gehen zu sagen, in dem Moment, wenn ICH sage "lass uns treffen" und nicht vorher gedrängt werde, dann bin ich schon sehr treffsicher. Mit lediglich einer Ausnahme, das wurde dann eine Freundschaft, hätte und/oder habe ICH mehr gewollt, wenn ich digital meinte, dass es passt.
"@ Alea.i.e
Darf ich fragen, warum du nicht telefonieren magst ?
🤔
Generell oder nur bei Dates zum Kennenlernen?
Mich würden die Beweggründe interessieren."
Ich telefoniere generell nicht mehr. Der Job war irgendwann der Ausschlag, weil ich so das Telefonieren richtiggehend verachtet hatte, aber es war davor auch schon Service für andere. Beim Dating habe ich mich dann länger zum Telefonieren zwingen lassen und habe es jedesmal verabscheut, es ist eben ein Service für den anderen gewesen. Das kann ja nicht gut gehen. Danach war dann das Palaver groß, warum ich mich nicht treffen wollen würde, wir hätten uns doch so großartig unterhalten. Nein, ER wurde großartig unterhalten, den Service habe ich ja geboten, ich habe ja nicht behauptet, dass ich es nicht kann, es bereitet mir nur das Gegenteil von Freude, bietet mir keinerlei Erkenntnisgewinn und mein Gegenüber merkt offensichtlich nicht, dass ich keinen Bock dazu habe. Und DANN muss ich mir zu allem Übel noch anhören, dass Frauen ja so gern und lang und intensiv telefonieren wollen würden. 😒
Gerne bin ich dabei um Stimme, Dialekt, Sprachfluss abzugleichen, jeweils eine Sprachnachricht hin und her zu senden.
Das ist aber auch schon alles Recht speziell hier. Also wenn man kein Treffen will, ist das ja jedem und jedes eigene Entscheidung, aber dann müsste man auch in der Lage sein Gespräche am Laufen zu halten. Das betrifft ja beide Seiten und ist keine Einbahnstraße. Wenn man nur nett unterhalten werden möchte und eigentlich gar keine Lust auf mehr hat, dann sollte man das eben auch sagen.
Ich habe weder ein Problem mit Telefoniere noch mit Treffen im allgemeinen. Ich richte mich da beim Tempo gerne nach meinem Gegenüber und habe eher das Problem, dass oft nicht klar ist was ich für mein Gegenüber empfinde, da ich da nicht so mit der Tür ins Haus falle. 😅
Also bleibt es wie bei allem im Leben, man sollte wissen was man will. Und das auch an sein Gegenüber kommunizieren, dann passt das schon. 😊
@Alea.iacta.est
Genau so ergeht es mir auch was das Telefonieren angeht. Du hast es nur ausführlicher beschrieben 👍
Also um mal das 'Team Kopfmensch' zu klären.
Wenn ich 'verknallt' schreibe meine ich eine Sympathie entwickeln und der Person gerne schreiben. Und mit 'schnell treffen', meine ich nach ein paar Wochen intensivem Austausch (vs. erst nach einem halben Jahr oder so) ... so nach ca. 6 Wochen Austausch (bei weiten Strecken eventuell noch etwas länger, bei sehr nahen Distanzen vielleicht auch kürzer) , in denen echter Austausch stattfand (natürlich nicht nur tägliches "Was machst?" => "Geschirrspüler ausräumen" über Wochen).
Es kommt ohnehin sehr selten vor (mein Empfinden) dass man sich wirklich richtig gut mit jemandem unterhalten kann, also so dass es über Smalltalk hinausgeht. Im Datingkontext noch mehr. Die Begeisterung, wenn das mal gelingt ist dann bei mir relativ groß. Dass dann aber sämtlicher Verstand aussetzt ist natürlich nicht so.
Nach einem ewig langem Austausch (vor Jahren) wo ich denjenigen dann nach ca. einem halben Jahr besuchte (relativ weite Anreise, damals München- Berlin) und mir beim ersten Blick im RL, also wirklich binnen Sekunden klar war: Oh!! Das geht ja gar nicht!! obwohl die Mails und Telefongespräche davor sehr nett waren, habe ich danach nie mehr SO lange gewartet. Das Wochenende haben wir dann trotzdem freundschaftlich mit Sightseeing und Touriprogramm rumgebracht, aber ich bin da mit den Jahren auch ungeduldiger geworden. Wenn eine Anbahnung 6-7 Monate braucht und dann binnen Sekunden verpufft... das brauche ich nicht ständig.
Und es war bei ihm auch nichts Schlimmes, es war nur einfach (mir) direkt klar, dass das nicht mehr werden kann und wird.
Natürlich lasse ich auch, nur weil man sich gut unterhält nicht jede Vorsicht fahren und schalte meinen Verstand und Beobachtungsgabe nicht ab.
Mit Fremden telefoniere ich auch nicht irre gern. Ich würde es vor einem ersten Treffen machen, wenn es dem Gegenüber wichtig ist, aber ich finde das so eine Zwischenwelt, in der ich ohnehin kaum etwas besser beurteilen kann als schriftlich auch, wenn ich der Person noch nicht begegnet bin und sie beim Reden nicht im Kopf vor Augen habe.
Dass man telefonisch beim Kennenlernen mehr oder besser abklopfen könnte wie der andere drauf ist, finde ich nicht.
Telefonieren mag ich tatsächlich auch nicht gerne und Telefonnummern-Austausch hat eher Nachteile als Vorteile gebracht. Einer hat immer nicht angekündigte Video-Anrufe gemacht, die ich nie angenommen habe. Natürlich kam Unverständnis, als ich ihm erklärt habe, dass ich das nicht leiden kann, weil es in dem Moment ein Eindringen in meine Privatsphäre ist. Für mich ist das so, als würde plötzlich ein Fremder in meinem Wohnzimmer stehen, was es ja auch irgendwie ist. 🫣
Bei längerem Schreiben und Telefonieren kann es auch sein, dass man sich entweder selbst dann doch größere Hoffnung macht oder eben der Andere. Kommt es dann letztendlich zum Treffen, ist dann schnell die Ernüchterung da. Schreiben, telefonieren und Treffen. Da können Welten dazwischen liegen.
Deswegen möchte ich lieber ein frühes Treffen, falls es mit dem Schreiben klappt.
Wenn beim Schreiben schon nichts rüberkommt, verabschiede ich mich nach einer gewissen Zeit.
So vier bis sechs Wochen, wenn die Entfernung nicht allzu weit ist, finde ich okay. Beim Schreiben kann sich schon viel herauskristallisieren, besonders wenn man etwas NICHT so machen möchte, wie der Andere sich das vorstellt. Da war so manch tickende Zeitbombe dabei. Leider kann man es nicht bei jedem erkennen und ich hätte mir auch einige Dates sparen können.
Es gab sie schon, die megatolle Connection, die gleiche Wellenlänge und die körperliche Anziehung beim ersten Treffen. Nur dass sich dann herausstellte, dass er nur eine Freundschaft plus sucht und keine Beziehung. 🫤
Bei mir definitiv ja. Mit meinem ersten Mann hatte ich bereits übers Zusammenziehen gesprochen, noch ehe wir uns überhaupt zum ersten Mal getroffen haben.
Ich war wirklich schwer verliebt und wurde auch erstmal nicht enttäuscht. Zusammenzug nach ca. 12 Monaten, Hochzeit nach ca. 2 Jahren. Ok, schlussendlich hat diese Ehe nicht gehalten, aber das war nicht begründet, in der Art des Kennenlernens.
So jetzt kommt das große ABER. Das war im Jahr 1997. Onlinedating war noch in den Babyschuhen. Alles war neu und total aufregend. Meiner Familie musste ich mehrfach erklären, wie wir uns überhaupt kennenlernen konnten (so auf 600 km Entfernung) Sie haben das länger nicht verstanden, das Ding mit dem Internet. 🤣
Heute, fast 30 Jahre später, würde ich behaupten, dass ich so schnell nicht mehr so totales Feuer fangen würde. Aber, auch meinen jetzigen Mann, habe ich online kennengelernt. Vor etwas mehr als 20 Jahren inzwischen. Auch hier waren relativ große Gefühle schnell im Spiel. Aber dennoch ging alles etwas langsamer, auch wenn aus dem ersten Date gleich ein 1-wöchiger-kleiner Urlaub wurde, einfach weil es so gut gepasst hatte. Geheiratet wurde aber erst nach guten 10 Jahren und auch ein Zusammenzug erfolgte erst nach ca. 8 Jahren. Also schlussendlich gings alles in allem hier langsamer, aber gefunkt hatte es schon ziemlich flott.
Also klares ja. Online können sich echte Gefühle entwickeln.
"Es kommt ohnehin sehr selten vor (mein Empfinden) dass man sich wirklich richtig gut mit jemandem unterhalten kann, also so dass es über Smalltalk hinausgeht. Im Datingkontext noch mehr. Die Begeisterung, wenn das mal gelingt ist dann bei mir relativ groß. Dass dann aber sämtlicher Verstand aussetzt ist natürlich nicht so. "
So geht es mir auch. Ich kann schon den anderen prächtig unterhalten und man (ich) kann auch ein Gespräch am Laufen halten, aber, in dem Moment, in dem es Service ist, macht es ja schon eigentlich keinen Sinn. Das einzige, was manchmal einen Moment dauern kann, das ist eine gemeinsame Unterhaltungsebene zu finden und Themenbereiche zurecht zu ruckeln, aber im Grunde ist es ja so, ist es mühsam, bedeutet es Arbeit, wird es wirklich schwierig. Versteht man sich großartig, muss man sich keine Themen raus quetschen.
Irgendwie ist es "schön" zu lesen das ich nicht alleine solche Erfahrungen gemacht habe was die Kommunikation so angeht!
Klar könnte ich (und wohl auch viele andere Frauen) auch den Service (finde ich übrigens eine tolle Bezeichnung dafür) erbringen und ein Gespräch am Laufen halten. Egal ob online, am Telefon oder real aber das ist ja Sinn und Zweck der Sache. Das ist alles nur ein Krampf der nur nach getrennten Wegen schreit.
Zurück zum Thema: Ja auch das erzeugt natürlich Gefühle in mir, aber wohl nicht die die sich mein Gegenüber erhofft 😂
Ich habe vor Jahren mal einen schönen Begriff für diese Art der Konversation gelesen: Betreute Monologe.
Wobei im Datingkontext der Monolog leider noch dazu oft recht einsilbig ausfällt.
Frag mich! Frag mich! Frag mich! Du kannst mich ALLES fragen! Und dann: Ja, Nein, Vielleicht... während frau sich das Hirn nach noch mehr Fragen zermartert.
https://www.sueddeutsche.de/magazin/leben-und-gesellschaft/kein-interesse-szm.82752
" ... erbringen und ein Gespräch am Laufen halten. ..."
Ich möchte sogar noch präzisieren: ein Gespräch beginnen. So wäre das ja auch mit dem Mann gewesen, von dem ich sprach der mich alle paar Tage oder Wochen anschrieb und fragte wie es mir geht und was ich mache. Das IST noch nicht einmal ein Gespräch, was man am Laufen halten könnte, das Gespräch müsste erst mal angefangen werden. Das ist ja das Problem mit unsinnigem Smalltalk beim Dating. Smalltalk ist ok, wenn man den komischen Nachbarn trifft und kurz mit ihm ein paar freundliche aber nichtssagende Worte getauscht werden sollten, aber beim Dating? "Hi, wie geht's?" "Muss ja. Und dir?" "Auch gut, Danke!" "Was machst grad Schönes?" "Wäsche aufhängen." "Supi!" "Und du?" "Ich chill ein bisschen rum." "Was steht am Wochenende so bei dir an?" "Ich muss dringend mal auschlafen und mich um Liegengebliebenes kümmern." "Ausschlafen werde ich auch auf jeden Fall und dann mal sehen." Aussagekraft exakt null. Irgendeine Information bzgl. Intentionen oder ähnlichem ebenso exakt null. Abgesehen davon sind es natürlich im Zweifelsfall auch einfach Antworten, die man niemandem Fremden geben möchte. Aber unabhängig davon mal, das Gespräch bzgl. Dating befindet sich nach diesem Smalltalk an exakt der gleichen Stelle wie vor dem ersten Hi. Im Grunde wurde ich angeschrieben und soll dann aber die Kohlen aus dem Feuer holen und das sehr häufig bei einem Profil, das spärlicher gestaltet ist als meines hier auf Rubensfan. Hunderte solcher Situationen haben durchaus auch ihren Anteil zu meiner Datingmüdigkeit beigetragen.
Naja aber jetzt hab ich mal die Frage worüber man sich denn monatelang ohne direkten Kontakt unterhalten will? Das fängt ja schon damit an, dass der Gesprächspartner vielleicht nicht die gleichen Interessen in einigen Themen hat. Wenn man die dann ausklammert, aber keinen gemeinsamen Alltag erlebt, dann bleibt es eben bei:
"Hi, wie geht's?" "Muss ja. Und dir?" "Auch gut, Danke!" "Was machst grad Schönes?" "Wäsche aufhängen." "Supi!" "Und du?" "Ich chill ein bisschen rum." "Was steht am Wochenende so bei dir an?" "Ich muss dringend mal auschlafen und mich um Liegengebliebenes kümmern." "Ausschlafen werde ich auch auf jeden Fall und dann mal sehen."
Ich denk auch nicht, dass eine Frau anders herum in der Lage wäre diesem Anspruch selbst zu entsprechen. Denn ein Gespräch müsste dann ja für beide Seiten interessant sein und ich glaube da haben einige Damen für einen Mann jetzt auch nicht unbedingt viel zu bieten. Das ist ja unter anderem der Grund wieso ich lieber einen Partner hätte mit dem man Interessen oder Hobbys teilt. Dann hätte man auch etwas worüber man erzählen kann ohne, dass der andere sich eigentlich nur langweilt.
Ich könnte eine Frau z.B. super etwas über die Instandhaltung von Industrieanlagen erzählen, doch die Frage ist eben will sie das hören? Umgekehrt gibt es auch bei Frauen viele Themen, die mich keineswegs ansprechen. Dann stellt man vielleicht 1-2 oberflächliche Fragen, aber wie soll da auch sonst ein tiefgreifenderes Gespräch zustande kommen.
Für mich wäre es mal schön zu wissen, was denn konkret für euch ein "gutes Gespräch" ist? Wenn man mit einem Menschen von Anfang an harmoniert oder über romantische Schwärmereien schreibt, dann mag das toll sein. Nur ist das halt bei 2 Kopfmenschen in der Regel nicht so und daher wäre ein Beispiel mal nett. Es ist vielleicht auch so, dass die Frauen hier die Verantwortung Richtung "Mann" schieben wollen, aber oft selbst nicht wissen, wie sie denn ein ansprechendes Gespräch gestalten sollen. Das ist ja ok und ich denke es ist für beide Seiten nicht einfach. Vielleicht sollte man auch hier einfach etwas mehr realistisch sein. Denn ein arbeitender Mensch verbringt mit Schlaf, Haushalt und Arbeit locker 2/3 seiner Zeit mit immer gleichen Dingen. Die Frage ist, ob man sich darüber angeregt Monate unterhalten kann.