Seid ihr rachsüchtig und wenn ja, seid ihr gut darin?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 26 Antworten

Vorweggenommen: ich bin extrem rachsüchtig ... und bin grotesk schlecht darin. Meine Rache beläuft sich daher praktisch immer darauf, dass ich die Übeltäter böse verfluche, ohne es zu können und ihnen schlimmste Dinge an den Hals wünsche.

Ich glaube meine schlimmste - geglückte - Rache war deshalb, dass ich mich von einer sehr unangenehmen Nachbarin, die mir etwas extrem wichtiges weggenommen hat, danach nicht mehr als Fülsel gegen ihre Einsamkeit habe benutzen lassen. So mickrig das ist, es ist mir auch heute noch eine innerliche Lichterserenade.

Vielleicht ahnt man es, mich verfolgen gerade übelste Rachegelüste. Ich bin gespannt auf Inspirationen.

Nein, bin ich nicht. Also zumindest nicht körperlich.

In meinen Gedanken sieht es ganz anderes aus. Da stelle ich mir die schlimmsten Dinge mit meinen "Feinden" vor. Teilweise schon erschreckend.

Aber schlimmer ist, das ich extrem nachtragend bin. Einer meiner negativsten Wesenszüge. Das ist so schlimm, das es mich selber stört. Selbst nach Jahren muss ich immer noch an manches Ar*schl*ch denken, das mir mal was angetan hat. Und ich wünsche ihm/ihr die Pest an den Hals. Ist das nicht ätzend? Das diese Menschen immer noch so eine "Macht" über mich haben?

Aber ansonsten bin ich ein dufter Typ. Ehrlich! Könnter alle fragen. 😇😇😇

Mein Problem mit Rachsucht ist, dass sie vor allem meine eigene Energie bindet. Während ich mir Gedanken darüber mache, wie ich es jemandem heimzahlen könnte, sitzt die andere Person in meiner Vorstellung völlig entspannt mit einem Glas Wein auf der Couch und bekommt von meinem ganzen inneren Rachefeldzug vermutlich nicht einmal etwas mit. 😄 Dafür ist mir meine Energie zu schade. Und vielleicht bin ich da auch ein bisschen arrogant, aber ich glaube, wenn jemand bei mir wirklich eine Grenze überschritten hat, ist es Strafe genug, dass ich ihm meine Energie und vor allem den Zugang zu mir entziehe.

Wenn mir jemand wirklich was Gemeines angetan hat oder sich unmöglich benommen hat, wünsche ich dieser Person meistens nur, dass er/sie irgendwann auf einen Menschen trifft, der ihm/ihr genau so übel mitspielt. So dass er/sie die eigene Medizin schlucken kann.

Ich wünsche aber niemandem was Schlimmes oder so. Das kann ich mit meinem Gewissen irgendwie nicht vereinbaren. Manche Wünsche könnten vielleicht doch wahr werden...
Das Maximum sind Ärmel, die beim Abwaschen immer runter rutschen oder Socken, die sich immer beim Laufen unter den Fuß ziehen. 😂

"Jackie Daytona
Heute, 20:35

Nein, bin ich nicht. Also zumindest nicht körperlich.

In meinen Gedanken sieht es ganz anderes aus. Da stelle ich mir die schlimmsten Dinge mit meinen "Feinden" vor. Teilweise schon erschreckend.

Aber schlimmer ist, das ich extrem nachtragend bin."


Das übernehme ich so vollständig für mich.
Also, bis auf das schlimm.
Denn:

"Einer meiner negativsten Wesenszüge. Das ist so schlimm, das es mich selber stört. Selbst nach Jahren muss ich immer noch an manches Ar*schl*ch denken, das mir mal was angetan hat. Und ich wünsche ihm/ihr die Pest an den Hals. Ist das nicht ätzend? Das diese Menschen immer noch so eine "Macht" über mich haben?"

Man ahnt es, ich finde das nicht ätzend. 😁 Man sieht sich leider nicht immer zweimal im Leben, aber manchmal, manchmal eben doch.

@Luna Oder das sie doch bitte mit nackten Füßen auf einen Legostein treten mögen.... 😈

Ich bin nicht rachsüchtig, ich hab eher lernen müssen, das Menschen, denen man zuviele Chancen gibt, oftmals selbst nicht dazulernen. Von daher bin ich heute kompromissloser und auch egoistischer bei vielen Entscheidungen als in jungen Jahren zum Selbstschutz. Ich verzeihe nicht alles, was ich verzeihen könnte.

@Alea Eigentlich möchte ich dir bei sowas keine Tipps geben. Rache ist destruktiv as hell. Die konstruktivste "Rache" ist, zu lernen dich davor zu schützen, dass dir das wieder passiert.

Aber so hin und wieder mal nen Legostein kann man schon rumliegen lassen.😇😇😇

Da musste ich jetzt wirklich sehr gründlich drüber nachfühlen und nachdenken.
Nein. Ich bin tatsächlich wohl nicht rachsüchtig.
Wenn mir jemand etwas Schlimmes angetan hat, dann denke ich eher darüber nach, wie ich mich besser hätte verhalten können, damit es gar nicht erst soweit kommt. Und ich versuche, dieses Wissen dann beim nächsten Mal umzusetzen, damit das nicht nochmal vorkommt.
Klar, man hat nicht über alles Kontrolle, manchmal laufen einfach Arschlöcher durch die Gegend und tun Arschlochdinge aus unerfindlichen Gründen. Das zerdenke ich dann gern mal, aber eher in der Richtung, wie ich damit jetzt seelisch umgehen kann, weniger in der Form, dass ich irgendwie Rache nehmen möchte.
Ich kann übrigens wunderbar ignorieren, wenn ich denn will. Wer bei mir mal so richtig verkackt hat, ist für mich schlicht nicht mehr existent. Und wirklich abgeschlossen hat man doch sowieso erst, wenn es einem schlicht egal ist.

"Das Maximum sind Ärmel, die beim Abwaschen immer runter rutschen oder Socken, die sich immer beim Laufen unter den Fuß ziehen. 😂"

Das ist lustig. 😂


Angenommen, du bekommst vergleichbares mit:



(Und die anderen Artikel zu Tierquälerei, Pferd, Igel, Kaninchen, die darin verlinkt sind auch gleich mit dazu öffnen, vergleichbare Frage.)

Also, hinterher. Wenn es zu spät ist. Vielleicht ist es sogar deine eigene Katze oder eine, die du kanntest. Findest du runter gerutschte Socken angemessen? Und du hättest wirklich Gewissensbisse diesem Menschen etwas Schlimmes zu wünschen?

Alea, das ist heftig. Und ja, in mir kommen Aggressionen und Entsetzen hoch, wenn ich über die Gräueltaten lese oder höre, die Menschen anderen Menschen/Lebewesen antun.

Nein, da sind rutschende Socken oder nasse Ärmel natürlich nicht ausreichend.

Solchen Menschen würde ich selbstverständlich sehr viel härtere, rechtliche Konsequenzen wünschen. Keine 2000€ Strafe und das wars. Allerdings ist mein Vertrauen ins Rechtssystem nicht das Größte 😒

Gewalt ist etwas, was mir persönlich Angst macht und wo es mir sehr schwer fällt, das anderen zu wünschen. Das ist wie so eine Barriere in meinem Kopf.
Wobei es vermutlich da zu Ende wäre, wo eine meiner Lieben betroffen wäre. Da hätte ich das sicher nicht mehr unter Kontrolle.

Ich war aber noch nicht in so einer extremen Situation. Ich habe mich an das erinnert, wie ich bisher mit Situationen umgegangen bin.

@Husum
Naja wie heißt es schon in einem bekannten Liedtext: "Gewalt erzeugt Gegengewalt...", da ist halt was dran. Im Zweifelsfall kann das eine nicht enden wollende Spirale in Gang bringen oder in Gang halten. Ich selbst bin auch recht nachtragend und lasse Menschen schon spüren, was ich über sie denke. Bin dann aber nicht empört oder entsetzt, wenn mir mein Gegenüber auch die Meinung sagt.
Das ist so ein bisschen das Alte-Testament Frische-Prinzip: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Doch fällt es schwer hier das Maß zu halten. Ich persönlich spare mir meine Rache nicht auf sondern kläre Dinge direkt oder hake sie ab. Das sorgt für bessere Psychohygiene und Rachegelüste an "Unbekannten" halte ich für vollkommen sinnlos. Also wenn ich nicht in der Lage wäre meine Rache auch umzusetzen, muss ich auch nicht darüber nachdenken. 🤷🏻‍♂️

Denke es ist keine gute Eigenschaft und gut darin sein ist auch klabsilut keine Auszeichnung. Ein agressionspotential gegen andere ausgelebt, nicht gut.

Solch ein Verhalten kostet viel Energie und schadet nur ohne wirklich etwas positiv zu ändern.

Rache und Sucht eher niedere Beweggründe die eigentlich eine grosse Schwäche der Person darlegen. Nicht gut für andere und eine Gesellschaft und therapiewürdig.

@Alea Aus Rache entsteht i.d.R. nichts Gutes, sondern es setzt eine Spirale in Gang. Das Gegenüber möchte dann ja auch (nochmal) Rache und die Gewalt eskaliert.

Zu deinem Beispiel mit der Katze: JA, die Strafen sind für den Fall nicht hoch genug, ABER der Täter ist nach dem Vorfall quasi ein registrierter Psychopath. Seine Chance mit etwas davon zu kommen, ist massiv gesunken, er muss jetzt wirklich aufpassen. Vielleicht rettet so, dass der Täter für den Mord an der Katze verurteilt wurde, später noch einem Menschen das Leben, weil sich der Täter nicht mehr traut die Tat zu begehen.

In der Regel versuche ich "dem System" zu vertrauen, das "das Richtige" zu tun, gute Auswirkungen für die Gesellschaft hat. Klappt auch nicht immer, aber was wäre für dich die Alternative? Du würdest im Zweifelsfall dein eigenes Leben wegwerfen, weil du für die Folgestraftat verurteilt werden würdest.

Würde dir das amerikanische Rechtssystem mehr liegen? Dort hat man ja durch die Jurys durchaus die Chance bei allgemein gesellschaftlich als legitim empfundener Rache mit schwersten Straftaten davon zu kommen.

"Aus Rache entsteht i.d.R. nichts Gutes, sondern es setzt eine Spirale in Gang. Das Gegenüber möchte dann ja auch (nochmal) Rache und die Gewalt eskaliert."

In diesem Sinne destruktiv? Ich habe deshalb nachgefragt, denn es gibt ja auch Rache innerhalb des Rechtssystems. Nicht alles, was einem angetan wird ist illegal und für die Rache ist das dann gleichbedeutend. Und da gibt es ja durchaus KONstruktive Situationen. Manchmal auch sehr. Je nachdem gibt es selbstredend dann den Wunsch des anderen wieder einen drauf zu setzen, nicht zwingend, aber gut möglich, mir ging es um das destruktiv bei der Frage. Destruktiv wäre für mich sinnlos ein Telefonhäuschen, falls du die noch kennst, zu zerstören.


"Klappt auch nicht immer, aber was wäre für dich die Alternative? Du würdest im Zweifelsfall dein eigenes Leben wegwerfen, weil du für die Folgestraftat verurteilt werden würdest."

Am besten jetzt erstmal nicht alles durcheinander würfeln und interpretieren.
luna hatte geschrieben:
"Ich wünsche aber niemandem was Schlimmes oder so. Das kann ich mit meinem Gewissen irgendwie nicht vereinbaren. Manche Wünsche könnten vielleicht doch wahr werden...
Das Maximum sind Ärmel, die beim Abwaschen immer runter rutschen oder Socken, die sich immer beim Laufen unter den Fuß ziehen. 😂"

Daraufhin habe ich gefragt:

"Findest du runter gerutschte Socken angemessen? Und du hättest wirklich Gewissensbisse diesem Menschen etwas Schlimmes zu wünschen?"


Auf wundersame Rubensfanweise kommen die folgenden Beiträge stante pede dann plötzlich auf Rache an Unbekannten, Spirale der Gewalt, therapiewürdiges gesellschaftsschädigendes Aggressionspotential und nun fragst du mich ob ich mein Leben wegwerfen würde für die Folgestraftat und mir das grausige us-Rechtssystem lieb wäre (btw., nicht vergessen, um darin gut wegzukommen muss man reich oder auf jeden Fall weiß sein, am besten beides zusammen).


Noch weiter zurückgegangen auf der einen Seite dieses Threads kann man außerdem auch noch lesen:

"... und bin grotesk schlecht darin. Meine Rache beläuft sich daher praktisch immer darauf, dass ich die Übeltäter böse verfluche, ohne es zu können und ihnen schlimmste Dinge an den Hals wünsche.

Ich glaube meine schlimmste - geglückte - Rache war deshalb, dass ich mich von einer sehr unangenehmen Nachbarin, die mir etwas extrem wichtiges weggenommen hat, danach nicht mehr als Fülsel gegen ihre Einsamkeit habe benutzen lassen. So mickrig das ist, es ist mir auch heute noch eine innerliche Lichterserenade."



Bei meinen Rachegelüsten momentan geht es tatsächlich eher um eine Sache (soweit einzuordnen) im Bereich Katze/Pferd/Igel/Kaninchen, was ich verlinkt hatte und damit etwas, bei dem runterrutschende Socken einfach nicht angemessen sind und ja, in MEINEN WÜNSCHEN leiden die Verantwortlichen gerade ganz schreckliche Qualen und weiter überlege ich selbstverständlich welche legalen Mittel (s.o.) ich finden könnte um möglichst viel Unangenehmes erzeugen könnte. Das wäre natürlich auch nicht angemessen, aber abgesehen davon, dass man ja in keinem Fall etwas ungeschehen machen kann, niemals, geht es mir um legale Mittel, davon unabhängig meine Wünsche. Und wahrscheinlich wird es am Ende nicht einmal auf etwas Unangenehmes hinaus laufen, siehe "und bin grotesk schlecht darin".

Mir ging es bei der Nachfrage an dich um das destruktiv, mehr erstmal nicht. Das Rubensfan-Einhorn ist schon ein ganz spezielles, weil es im Grunde in jedem Thread durchgeht.

Ich finde diese Frage schwierig zu beantworten. Zumal es eben auch die Situation und den Sachverhalt ankommt.
Ob es um Menschen und Tiere geht, die gequält oder schlecht behandelt werden, oder z.B um jemanden, der mir auf dem Parkplatz eine Delle ins Auto gefahren hat... ( Es gibt ja Menschen, die verfolgen andere Autofahrer, weil die sie geschnitten haben o.ä)

Generell bin ich eher nicht aktiv rachsüchtig. Die Gedanken sind frei.
Wenn mich Kollegen oder Vorgesetzte in die Pfanne gehauen haben, dann geht in meinem Kopf auch schon mal ein Tarantino Film ab. Ich kann dann wunderbar meine Wut so kanalisieren. Was nicht heißt, daß ich mich nicht sachlich informiere, wie ich mich rechtlich aktiv dagegen wehren kann.
Häufig sage ich aber auch sehr direkt etwas. Meine Mimik habe ich eh oft schlecht im Griff ( da reicht ja schon die gehobene Augenbraue😎😇)
Es kann auch sein, daß mir verbal der Kragen platzt.
Aber gezielte Rache, geplant und verspätet nach einer Situation.... eher nicht so mein Ding.
Wenn es aber um extreme Angriffe und ggf sogar Gewalt gegen mich oder meinen mir li
Lieben geht, kann ich mir schon gut vorstellen, daß ich Rache (kalt serviert) ausleben will.
Bisher bin ich noch nicht wirklich in so eine Situation geraten, in der ich so wütend wurde, daß ich aktive heftige Rachegelüste umgesetzt habe.

Ich bin auch nicht lange nachtragend. Da muß schon viel passieren, daß jemand bis zum nächsten Kaisermanöver bei mit ausgeschissen hat.🤔

"Zumal es eben auch die Situation und den Sachverhalt ankommt."

Absolut, das ist sehr entscheidend. Ich habe die Frage dahingehend offen gestellt, weil mich alle Aspekte interessieren.

Ich bin nicht rachsüchtig und kann es nicht sein, da der Ärger viel zu schnell bei mir wieder verflogen ist.🤔😂
Allerdings nehme ich bei anfallenden Entscheidungeb dann zukünftig keinerlei Rücksicht mehr auf die betreffende Person.

(Für Rache muss man Zeit, Energie und Gedanken aufbringen. Das ist mir die Person nicht wert.)

Kann nicht behaupten, dass ich rachsüchtig bin. Falls mich aber doch mal jemand attackiert (nicht körperlich), dann fahren meine Gedanken schon Achterbahn und man wünscht etwas schlechtes. Aber dazu kommt es nicht.
Denke mir, irgendwann wird es sich schon richten.
Nachtragend bin ich eigentlich auch nicht, kommt allerdings auf die Schwere der Sache an. Auch wenn ich manches schnell abhake...aber vergessen tue ich nichts.

Ich wollte erst ziemlich spontan antworten, habe dann aber erst einmal in mich rein gehört und auch überlegt wie ich Rachsucht überhaupt definiere. Und ich bin zu der klaren und sicheren Erkenntnis gekommen, dass ich kein Stück rachsüchtig bin.

Wenn nahe Menschen in meinem Leben mehrfach Fehler begehen, Dinge tun, die mir nicht gut tun, die ungerecht sind, anderen Menschen schaden, dann spreche ich so etwas nett und sachlich an und bitte darum das zu unterlassen, zu verändern oder dafür einzustehen. Wenn die Menschen dann uneinsichtig sind, kann es schon mal passieren, dass ich kurzfristig wütend oder enttäuscht bin, gebe aber fast immer eine Chance, das zu verändern, zu entschuldigen oder klar zu stellen.

Passiert dann aber nichts, dauert es je nach Thema mehr oder weniger lang, bis das Fass bei mir voll ist. Dann teile ich einmal mit, dass ich mit der Person keinen weiteren Kontakt wünsche und und distanziere mich dann von diesem Menschen. Wer einmal verloren hat, für den gibt es bei mir kein zurück!

Kann ich es z.B. auf einer Veranstaltung oder so nicht umgehen dieser Person zu begegnen, gibt es einen kurzen kühlen Gruß, sonst nichts. Sollten diese Person dann trotzdem den Versuch machen Kontakt aufzunehmen oder mich in ein Gespräch zu verwickeln, bin ich kühl, abweisend und mache deutlich klar, dass ich das nicht möchte und entziehe mich dann dem Gespräch.

Es gibt aber Themen, die schwerwiegender sind und wo ich auch überlegen muss, wie ich damit umgehe. Ein respektloser Umgang oder Übergriff bei einer älteren Personen im Pflegeheim (tatsächlich erlebt), wird von mir sofort angesprochen und thematisiert und gegebenenfalls sogar bei der Leitung gemeldet, falls es etwas schwerwiegenderes ist. Ab dann habe ich ein Auge da drauf und würde auch weitere rechtliche Schritte einfordern oder selbst in die Wege leiten, da kenne ich kein Pardon.

Ich selbst habe auch etwas erlebt, was tiefgreifend war und mein Leben vorübergehend stark beeinträchtigt hat. Da habe ich dann erst mit guten Freunden drüber geredet, anschließend rechtlichen Beistand gesucht und bin in die Klage gegangen. Und das, obwohl mir klar war, dass es vielleicht erstmal ein Spießruten laufen wird, weil z.b innerhalb einer Firma solche Dinge schwerwiegende Themen oft verschwiegen werden sollen und man versucht "Opfer klein zu halten", damit der "Täter/in" nicht den Ruf des Hauses zu beschmutzen (oder was sonst noch dahinter steckt). Schon in dem man diesen Weg geht, kommt man aus der Opferrolle heraus, was wichtig für ein eigenes Wohlbefinden oder Sicherheitsgefühl ist. Aber auch da wollte ich keine Rache, sondern einfach nur Gerechtigkeit und gleichzeitig auch andere schützen.

Persönlich möchte eher das positive im Leben sehen und versuche das negatives schnell abzustreifen, weil es mir zu viel Energie viel Energie raubt, ich das gar nicht erst zulasse, aber ich einfach auch nicht so gestrickt bin. Ich möchte keine Menschen, die Macht geben kostbare, Lebenszeit und Energie von mir zu bekommen, wenn er sie nicht verdient hat.

Aber ich glaube, wir alle haben blinde Flecken, wo es anders ist/ sein könnte. Wenn es um meine Kinder ginge, wüsste ich nicht, ob ich das Urteil eines Gerichtes unbedingt akzeptieren könnte und vielleicht nicht doch Rache nehmen würde.🤷🏼‍♀️

Moin Frau Est.

Schwieriges, schwieriges, schwieriges Thema, ganz weit ab von pinken Füllern und noch schwieriger, wenn es in einfacher Sprache beschrieben werden müsste… ;)

Mir persönlich sind die meisten hier zu „heilig“ und auch zu „wortgenau“…

Rache ist sicher ein Wort, was vorsichtig genutzt und wenn genutzt dann kalt serviert werden sollte…
„Ay, hmmm hömma, lass uns doch erst mal gechillt reden, um keine Energie zu verschwenden…“ Sicher wieder monolothon überzeichnet, aber: Watt????

Wie ist es, Das Wort Rache gegen sinnvoll forcierte ausgleichende Gerechtigkeit zu tauschen? Wenn mir jemand mit voller Absicht auf die frisch gebürsteten Wildlederschuhe pinkelt, dann kriegt der`s… aber ordentlich und heftig… und wenn es „nur“ ist, damit er sich das beim nächsten eindringlich und mehrmals überlegt, ob er das nochmals macht und dies dann für eine schlaue Entscheidung hält.

Jetzt muss ich erst mal mit Frau K. Kaffee trinken, sonst ist mir ihre Rache sicher…..,
M

@Reinbek
An der Stelle möchte ich einmal sagen, dass das eine sehr gute Einstellung ist wie ich finde. Auch das Thema wo du dich für die Gerechtigkeit eingesetzt hast finde ich sehr gut und da kann man gar nicht genügend Daumen nach oben geben.

Ich finde das ist auch ein entscheidender Unterschied, ob man wirklich nur nach Rache sucht oder ob man so wie in deinem Fall wie du es geschildert hast einfach möchte das Gerechtigkeit hergestellt wird. Dafür ist man im Zweifel ja auch nicht selbst verantwortlich sondern man muss einfach die richtigen Schritte in die Wege leiten. Und selbst das kann einen ja schon eine Menge Energie und Überwindung kosten. Aber genau aus den Gründen, die du ja auch genannt hast, finde ich es wichtig und auch lohnenswert diesen Weg zu gehen. 👍🏻

Ich bin sehr rachsüchtig. Allerdings finde ich, dass man Rache nur eiskalt servieren darf, wenn der andere überhaupt nicht mehr dran denkt, keine Verbindung mehr herstellen kann und es ihn wie ein Fluch aus heiterem Himmel trifft. 😂

Leider bin ich dazu aber stinkfaul.
In Konsequenz: Die Schrimps warten also bis heute in die Gardinenstange meines Ex-Freundes eingefädelt zu werden und dann unauffindbaren Gestank zu verbreiten. Und irgendwann ist die Rache dann durch Prokrastination derart kalt, dass es auch schon egal ist. Damit löst sich jeder Racheversuch bei mir in Wohlgefallen auf und ich übe aus Trägheit nie Rache aus. 🤷‍♀️