Schreibt ihr noch oder tippt ihr nur?

in „Rundum Leben“

Zu diesem Thema gibt es 45 Antworten

Moin vom Farpoint Niesgrau.

Gestern und Vorgestern gab es wieder mal die Diskussion, warum ich denn immer noch den Lagerfeld für Dicke gebe und meine Schreibarbeit, wenn es irgendwie geht, mit einem meiner beiden Füller erledige. Einer mit roter, einer mit grüner Tinte. Je nachdem was ich sagen will… 😉
Es beginnt ja damit, dass ich tippen nie gelernt habe und bevor ich Programm geöffnet und Text getippt habe, habe ich es manuell schon längst erledigt. Und ich kann diesen „Beleg“ niemals unauffindbar im elektronischen Nirwana verlegen…
Ich mag auch diesen persönlich manuellen besonderen Anstrich, dass auch jeder im Zweifel erkennt, dass es nur für ihn persönlich ist.
Wie ist das bei euch? Nur noch Smart, IPad, WhatsApp, Emojis, Filmchen oder immer noch intime persönliche Handarbeit und Zuwendung?

M

Ich nutze auch noch einen Füller, da ich nach wie vor auch noch Geburtstags- oder Weihnachtskarten verschicke. Ich finde es deutlich persönlicher, mich hinzusetzen und ein paar Worte für jemanden auf Papier zu bringen. Getipptes finde ich eher unpersönlich, auch wenn ich viele E-Mails schreibe, gerade beruflich.
Außerdem sieht meine Schrift mit Füller so viel besser aus, als mit Kugelschreiber.

@Sonthofen
Ich bin digital unterwegs, weil es beruflich nicht mehr anders geht. Ich denke auch hier muss man sich weiterentwickeln und wenn du aus "künstlerischer" Sicht einen Füller verwenden willst mag das ja schön sein. Zur Kommunikation, Archivierung und dem Versand von Nachrichten hat sich jedoch die digitale Variante seit Jahrzehnten etabliert und auch da gibt es ja Möglichkeiten dem Text eine persönliche Note zukommen zu lassen. Dazu gehören wie bei dir dann auch gewollte Rechtschreibfehler und der persönliche Ausdruck. Wenn man so darauf angewiesen ist "individuell" zu wirken kann es heute nach Größe des Egos aber sein, dass dies dem Schreiber nicht ausreichend erscheint. 😅

Ich schreibe. Und wie ich schreibe. Mit Füller, mit Kuli mit Bleistift. Überall liegen Zettel und Planer rum. Wenn ich meine Gedanken nicht zu Papier bringen kann vergesse ich sie. Und es gelingt mir (für mich) ganz gut meine Stimmung beim Schreiben einzufangen.

Manchmal aus Wut, manchmal aus Trauer oder aus einem "NIchtsofortverstehen". Dann kann ich in ein paar Tagen nochmal nach lesen und sehe es dann ganz anders.
Beim Telefonieren mache ich mir Notizen, wann- mit wem- worüber. Hilft oft bei Unklarheiten.

Bin außerdem, wenn auch ein waschechter Ostboomer Team "Pelikan" vorzugsweise in der Farbe Blau, den hat Tante Ilse aus dem Westen geschickt.

Den "Pelikan" gab's für mich auch. Heute schreibe ich mit Kuli... aber ich schreibe.
E-Mails und digital am Handy, klar.
Geburtstags- Weihnachtskarten alle mit der Hand. Nicht fertig ausgedruckt.
Auch meinen Einkaufszettel x2 schreibe ich mit der Hand und gehe nicht mit Handy am Ohr durch den Laden, wo jeder schreit. .was brauchen wir noch? 🙈.
Notizzettel und sogar meinen Kalender führe ich noch handschriftlich.

Da wo es geht, handschriftlich. Hat immer noch eine persönlichere Note.

Im Job zu 100% nur tippen.

Aber im Privatleben versuche ich schon ganz gern noch per Hand zu schreiben. Ich pflege seit Jahrzehnten eine Brieffreundschaft mit einer alten Schulfreundin. Sie ist Grundschullehrerin und hat eine Handschrift wie gemalt. Ich hingegen habe in den letzten Jahren eine dermaßen schlimme Sauklaue entwickelt, dass ich mich oft schäme. Ganz übel.

In Meetings und Schulungen versuche ich oft per Hand nebenbei Notizen zu machen. Aber ich muss sagen, dass ich flüssiges Schreiben von viel Text regelrecht verlernt habe. So ein unansehnliches Gekrakel.

Wir hatten in der Schule noch Schönschreiben und ich hatte da immer gute Noten. Ich war ne echte Schönschreiberin. Aber jetzt bin ich zur Katastrophenschreiberin geworden. Ich glaube, man könnte das trainieren. Aber wer will sich schon dafür noch Zeit nehmen. Ich ehrlich gesagt nicht. 😨😇🫣

Aber eins steht fest: ich liebe handgeschriebene Post im Briefkasten. Es ist immer noch was ganz Besonderes, sich dann hinzusetzen, den Brief zu öffnen und in aller Ruhe zu lesen. Ist der Brief am PC geschrieben ist das auch ok, aber per Hand ist das immer noch ein besonderes Level.

Beruflich muss ich natürlich auch digital unterwegs sein, weil das einfach erwartet wird, aber im Privatleben schreibe ich noch gerne handschriftlich mit einem Kalligraphie Füller von Lamy, den ich jetzt schon viele Jahre habe. Der Erste schreibt mit schwarzer Tinte, der Andere mit türkis, das ist so ein bisschen mein Markenzeichen.

Bei mir gibt es noch Karten aus dem Urlaub, Geburtstagskarten, Glückwünsche zur Geburt oder Hochzeit oder so, und die sind schon immer etwas individueller gestaltet und auf die Person selbst zugeschnitten.

Außerdem schreibe ich jedes Jahr nicht nur die Weihnachtskarten selbst, sondern eine Art Jahresrückblick für meinen engsten Kreis, weshalb ich Ende November anfange, alles vorzubereiten, um das rechtzeitig auf den Postweg zu bringen.

Ich finde es ganz schrecklich, dass man heutzutage kaum noch etwas in die Hand nehmen kann, um es nachzulesen, in einer Erinnerung zu schwelgen, sondern dafür immer die digitalen Medien nutzt. Mir fehlt da die persönliche Note.

So notiere ich meine Einkaufsliste auf Zetteln, hinterlasse gerne ein Post-it mit einer persönlichen Botschaft für Menschen.die mir wichtig sind und führe eine Art Tagebuch, wo ich wichtige Ereignisse, Erinnerung, Wetter etc. eintrage.

Vor zwei Jahren habe ich meinen Patenkindern aus dem Urlaub Karten geschickt und die wussten nicht mal was das ist. Seitdem sind sie Feuer und Flamme und möchten von überall wo ich bin eine Karte haben, schicken mir aber aus ihrem Urlaub auch eine.

Moin Herr Monolith!

Da lasse ich mir weder meine Einstellung noch meinen Enthusiasmus nehmen und zeige den Kindern gerne dieses rückständige Zeug. 😉

Die Kinder lieben es und haben eine Europakarte bekommen. Jetzt suchen sie gemeinsam mit den Eltern den Ort und es laufen Fäden zu den Karten, die ringsherum befestigt sind. Das macht sie neugierig auf die Welt. 😉

@Raumwunder
Ich persönlich finde es wichtig, dass Kinder heutzutage überhaupt noch richtig schreiben lernen, denn das, was heutzutage in Schulen vermittelt wird, ist wirklich eine Katastrophe. Darum ist es wichtig Kinder neugierig zu machen, ob mit einer Farbe oder mit mehreren ist ja, egal.

Moin Frau Blume.

Unnützes altes Zeug UND dass es eine Welt hinter und nach dem eigenen Horizont gibt?
Was erzählen die denen als Nächstes? Dass sie spätestens mit 10 einen Bausparvertrag haben müssen?

Frau Wunder, ich will eure Meinung hören und nicht dass meine Füller die falsche Farbe haben.

Hachmach, ich bin so unfassbar lernfähig,
M

Ich schreibe tatsächlich noch sehr gerne handschriftlich Postkarten, Geburtstagskarten und vor allem Weihnachtskarten. Und ich freue mich selbst riesig, wenn zwischen der ganzen normalen Post mal eine persönliche Karte im Briefkasten liegt.

Geschäftliche und dienstliche Post habe ich dagegen komplett digitalisiert und nutze dafür auch fast ausschließlich digitale Kanäle, weil das im Alltag einfach praktischer ist.

Was ich allerdings erschreckend finde, je weniger ich mit der Hand schreibe, desto anstrengender wird es. Wenn ich an Weihnachten mehrere etwas ausführlichere Karten schreibe, tut mir danach inzwischen richtig die Hand weh. Irgendwie bedenklich und auch ein bisschen schade.

In der Grundschule hatte ich in "Schrift" immer eine 4. Ich weiß gar nicht, ob schlechtere Noten überhaupt erteilt wurden. Trotzdem muss ich jetzt die eine oder andere Korrespondenz wegen fehlender Technik handschriftlich erledigen. Es ist grausam. Freiwillig handschriftlich? Eher nicht.

Ja, dieser Daumen-Müll fällt mir auch schon ne Zeitlang auf. Keine Ahnung, warum es nötig war, das hier einzuführen. Das geht mir schon auf den anderen einschlägigen Plattformen auf den Keks.

Ich mische da jetzt einfach mal bisschen mit. Daumen hoch, Daumen runter....egal was geschrieben wurde. 🤣🤣🤣🤣

Von mir aus kann das wieder weg. Das macht das Forum echt nicht gerade netter. Man überlegt inzwischen schon 3 mal, ob man überhaupt noch was schreiben will. Sehr unschön das Ganze. Denn ob man will oder nicht, man guckt dennoch drauf und kommt aus dem Wundern oft nicht mehr raus.