Hinrichtuing Christa P.

in „Politik und Weltgeschehen“

Zu diesem Thema gibt es 17 Antworten

Am Mittwoch,den 30.9. sollte Cjhrista P.,die nun seit 30 jahren im Todestrakt sitzt hingerichtet werden.
Es ging schief. Christa P. "überlebte " trotz zweifacher Dosierung mit Pentobarbitol ihre Hinrichtung. Sie liegt nun im Krankenhaus am Beatmungsgerät, und wird künstlich am Leben gehalten,um demnächst wieder hingerichtet zu werden? fragen über Fragen. Darf man das dann?
Was wird nun geschehen? Wird sie je wieder aufwachen?

Was denkt ihr über diesen Fall und allgemein über die methoden der Hinrichtungen in den USA oder noch allgemeiner ,wie steht ihr zur Todestrafe?

Todesstrafe und dann nach 30 Jahren erst vollziehen ?
Zuvor fast nur Einzelhaft.
In der Kindheit selber schwer misshandelt und mißbraucht....
Schwer Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung.....

Dann eine sadistische Tat, die grausam und unverständlich war.
Sie weckt natürlich das Gefühl der Vergeltung und der Rache.
Verständlich.
Aber davon wird kein Toter wieder lebendig.

Kein Versuch der Rehabilation.
Keine Therapie, noch nicht mal Gespräche darüber.
Ist diese Person noch gefährlich ? Oder geläutert ? Oder psychisch krank ( nach so langer Einzelhaft).....
Fragen über Fragen.

Und dann Todesstrafe nach 30 Jahren vollstrecken wollen ??? 🤔

Wenn Ärzte wegen ihrem Berufsethos nicht die Giftsprizen legen dürfen, sondern nur nicht medizinisches Personal.....
Wenn bekannt ist, daß die Person schlechte Venen für einen Zugang hat.
Man mehrfach versucht das Zeug zu Spritzen und der Arm schon blau anläuft, das Gilt ins Gewebe (para) und nicht in die Vene läuft und man weiter macht.. Die Frau zwischen zeitlich nicht mehr gut atmet und das Risiko von Hirnschäden durch den Sauerstoff Mangel groß ist.....sprich sie wird ein Pflegefall.


Dann hat das nichts mehr mit einer normalen Vollziehung der Todesstrafe zu tun, sondern geht in Richtung Folter.
Da wäre ja erschießen humaner.

Jemanden nun wieder med. aufpäppeln zu wollen, um ihn dann wieder töten zu wollen.....

Das alles ist einfach nur grausam, inhuman, unverständlich, unmoralisch und hochgradig peinlich.

Ich halte nichts von der Todesstrafe.
In Ländern mit Todesstrafe sinkt die Quote für Gewalttaten nicht !!!

Allerdings weiß ich auch, daß es abartig grausame und vor allem unbelehrbare Psychopathen gibt, die immer eine Gefahr für die Menschheit bleiben.
Wenn dann schon Todesstrafe, dann bitte bei solchen Menschen einen schnellen Vollzug und nicht erst nach 30 Jahren.

Finde es hört sich richtig an zu sagen, man sei gegen die Todesstrafe.

Aber. Und jetzt folgt ein großes "Aber".

Es gibt Menschen, die zu gefährlich für die Gesellschaft sind. Bei denen Rehabilitation nicht möglich ist. Die schon so viel getan haben, das nicht wieder gut zu machen ist.

Man kann diese Menschen leben lassen. Sie kosten dann den Staat also uns ca. 150.000€ jährlich. Oder man sagt: Wenn jemand zum Mörder wurde, insbesondere wenn eine besondere Schwere der Schuld anerkannt wurde UND die Chance auf Rehabilitation fast nicht vorhanden ist, d.h. Sicherheitsverfahrung notwendig ist..... Dann ist die Todesstrafe eine Option. Nicht um ein Spekatakel zu veranstalten zu Belustigung der Massen, sondern weil eine Gesellschaft das Recht hat sich zu schützen. Rache, Sühne ist kein gutes Argument. Schutz der Gesellschaft vor solchen Menschen ist eins.

Gib diesen Menschen alle Chancen einer Revision, einer Überprüfung des Urteils, 1, 2 vielleicht auch 3x.... ermögliche Therapie und wenn nicht davon hilft, dann darf die Gesellschaft das mit der Todesstrafe lösen. Von dem Geld für Unterbringung Sozialarbeiter anstellen und Therapieeinrichtungen unterstützen und in etwas investieren, dass etwas besser machen kann.

In den USA ist heftig, dass in Christina Pike mehr "investiert" wurde, während sie zum Tode verurteilt war, als während ihrer ganzen Jugend. Die USA vergisst diejenigen, die in der Unterschicht geboren werden und beutet sie aus. Vielleicht hätte man die Tat verhindern können oder sie wäre nicht so verurteilt worden, wenn die Gesellschaft eine andere wäre. Wenn sie einen guten Anwalt gehabt hätte. Wenn ihre Familie eine andere gewesen wäre. Aber sie war schon in einer verwahrlosten Betreuungseinrichtung, ist dort auf ähnlich kaputte Kids gestoßen, mit denen dann erst die Tat möglich wurde. Hatte sie eine Chance? Wahrscheinlich kaum, aber die Wahl hatte sie. Sie hätte das Mädchen, mit dem ihr Freund geschlafen hat nicht töten müssen. Sie hätte es nicht auf die Art tun müssen. Sie ist schon dafür verantwortlich. Sie hat in Haft einen zweiten Mord unterstützt. Ich würde sie nicht auf freiem Fuß sehen wollen.

Ich könnte die Todesstrafe in solchen Fällen mit meinem Gewissen vereinbaren.

Bin aber der Meinung, wenn schon Todesstrafe, dann sollte man es auch durchziehen. Das jetzt ist einfach noch zusätzlich grausam.

Aber wer die Todesstrafe zulässt, muss alles dafür tun, um Fälle zu vermeiden, die vermeidbar gewesen wären. Das gehört zur Verantwortung der Gesellschaft dazu.

@ Selfcare
Gerade in den USA passiert es nicht so selten, daß Menschen zu Unrecht verurteilt wurden. Gerade Minderheiten und Menschen, die arm sind oder aus prekären Verhältnisse.

Mal völlig abgesehen von der Tatsache, daß es in den USA um Vergeltung geht und nicht um Rehabilation.
Da kommen dann solche aberwitzigen Urteile von 5x Lebenslänglich oder 99 Jahren zusammen.
Oder 2x wegen "Hühnerdiebstahl" oder Drogenkonsum verurteilt und beim 3x wird die Strafe automatisch so irre hoch angesetzt.

Reiche kommen oft frei, weil sie sich teure Anwälte zahlen können....

@Teja Stimme ich dir zu. Ich habe das jetzt so beantwortet, ob ich die Todesstrafe mir grundsätzlich vorstellen könnte, nicht ob ich gut finde, wie das in den USA läuft, wobei vermutlich jedes System fehlbar wäre. Deshalb eben so viele Backups wie möglich (1,.2,.3 Verhandlungen etc.) um Fehlurteile auszuschließen..Hoffe, das wird deutlich.

Wie gesagt, ich halte nichts von Rache oder von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Glaube nur, dass es mit und für manche Menschen eben in einer Gesellschaft keine guten Lösungen gibt.

Früher hätte ich klar "nein" zur Todesstrafe gesagt, heute bin ich in bestimmten Fällen durchaus dafür.
Wenn ich sehe, dass Terroristen, Serienmörder oder Serienvergewaltiger in der Psychatrie sitzen, weil sie so eine schwere Kindheit hatten, dann könnte ich kotzen, genau wie bei Kinderschändern - die haben in meinen Augen das Recht auf Leben verwirkt.

Ich stimme Selfcare auch zu und bin in gewissen Fällen auch für die Todestrafe, weil ich der Meinung bin, dass es Menschen gibt, die nicht rehabilitiert werden können.
Diese Menschen sind "kaputt" und nicht mehr zu therapieren. Ich stimme in dem Punkt aber auch Teja zu, dass einem das nicht nach 30 Jahren einfallen sollte.
Entweder ist die schwere der Schuld derart gravierend und alle Therapieansätze gescheitert, dass nicht mehr mit einer Rehabilitierung zu rechnen ist oder man muss anders herum alles unternehmen, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Für mich verroht unsere Gesellschaft immer mehr und das ist der Nährboden für schwere und schwerste Straftaten. Wenn man nichts tut, um diesem Trend gesellschaftlich entgegen zu wirken und die Todesstrafe nur als Druckmittel nutzen will oder als Option all die zu entsorgen, die durch diese miserablen gesellschaftlichen Zustände "krank" geworden sind, dann halte ich die Motivation dahinter für falsch.

Die Todesstrafe ist ein barbarischer Akt und den christlichen Menschen unwürdig.

Interessant ist dabei die Spannung innerhalb der christlichen Tradition:

Historisch haben viele christliche Theologen die Todesstrafe akzeptiert oder sogar verteidigt.

Gleichzeitig hat sich insbesondere in der katholischen Kirche die heutige Lehre deutlich in Richtung ihrer grundsätzlichen Ablehnung entwickelt. Das ist auch meine Ansicht.

Jeder kann Fehler machen.. aber bei manchen abnormen kranken Morden, Quälern oder beim Einsperren Versklaven von Kindern oder.anderen über Jahre. schlimmer x Fächer Missbrauch. Abnorme Massenvergewaltiger ...

Ich habe da keinerlei Verständnis und solche Menschen haben so viele Menschen direkt oder indirekt das Leben versaut, das sie nicht weiterleben sollten.

Ich würde solche Menschen durch die durch sie bei anderen begangenen Straftaten in selber Art Und Weise töten. Alternativ durch eine Pistole mit 5 Schuss in Kopf und Herz, die die Täter selbst durch senken des Arms auslösen.

Unmenschliches abnormes handeln gegen Menschen darf keine falsche Moral oder Nachsicht/Milde erfahren. Aus Moral, Ethik und Gerechtigkeit haben solche Leute jedes Lebensrecht leider selbst verwirkt.

Früher gab es ja auch gar nicht die Möglichkeit für die Gesellschaft gefährliche Menschen Jahre oder jahrzehntelang gefangen zu halten.Wir haben ja erst heute so stabile Gesellschaften, dass es "sicher" ist gefährliche Menschen wegzusperren, ohne das wir Gefahr laufen, dass sie nach dem nächsten Putsch oder Bestechungsversuch rauskommen.

Das man heute Menschen dauerhaft wegsperrt, die gefährlich sind und sie als Menschen, möglicherweise vorher auch Opfer mit Geschichte sieht, ist ja ein Privileg einer modernen, gut funktionierenden Gesellschaft. Das überhaupt für erstrebenswert zu halten, zu Tätern human zu sein, ist ja eigentlich erst eine Entwicklung der letzten 100 Jahre westlicher Geschichte.

@Haßloch
Das ist aber auch ein Luxus, den man sich erst einmal leisten muss.
Und neben aller moralischen Bedenken sollte man natürlich Gewissheit haben.
Eine Todesstrafe vollstreckt man in meinen Augen ja nicht auf Basis von Indizienbeweisen sondern nur, wenn die Schuld desjenigen auch bewiesen ist.
Wenn dann z.B. weder Einsicht vorhanden noch eine Therapie möglich ist, dann wäre es eben auch ein Signal an andere Menschen, dass ihr Handeln, aus welchen Gründen auch immer nun mal auch schwere und schwerste Konsequenzen haben kann.

@Kurvenfan Wobei die aller-allermeisten Psychopathen ja heute schon keine Killer sind, sondern Ärzte, Anwälte, Firmenchefs, etc. d.h. in einflussreichen Berufen in denen zuviel Mitgefühl eher hinderlich beim beruflichen Weg nach oben ist. Gibt es Studien zu. Sie könnten zwar, ihnen nützt es aber mehr nach den Regeln der Gesellschaft zu funktionieren, also aggieren gemäß sozialer Konventionen, gesellschaftsfreundlich und damit ohne intrinischen Antrieb dazu auch menschenfreundlich.

(Sexuelle) Triebtäter, oder Menschen mit Aggressionsproblemen, oder Veranlagungen wie Sadismus kriegst du nicht über Abschreckung, die handeln ja nicht aus logischen Impulsen heraus, auf die Konsequenzen Einfluss hätten. Glaube nicht, dass die Todesstrafe die Anzahl der Taten wirklich senken würde.

@Haßloch
Ja Soziopathen, das ist nochmal etwas anderes. Es gibt Statistiken, die aufzeigen, dass die Quote von soziopathisch veranlagten Führungsangestellten in großen DAX oder ausländisch börsennotierten Unternehmen am höchsten ist. Aber ich glaube anders hält man es da auch nicht aus. Ich sehe es auch problematisch, das diese Menschen immer mehr Einfluss bekommen und auch immer mehr die Politik eines Landes lenken können, da unsere Demokratie an vielen stellen zu einem Feudalismus der Großkonzerne verkommen ist. Es geht nicht mehr darum was die Bevölkerung will sondern darum was Konzerne und Lobbyisten vorschlagen. Wenn solche charakterlichen Eigenschaften dann Schule machen oder gar zum erstrebenswerten Ziel erkoren werden, dann braucht man sich nicht wundern in welche Richtung sich sozial solche Gesellschaften entwickeln.

Eben und auch bei Triebtätern muss ich sagen, dass die als erwachsene klar denkende Menschen trotz alledem für ihr Handeln verantwortlich sind. Es gibt ja auch die Menschen, die solche Tendenzen bei sich erkennen und sich frühzeitig Hilfe holen. Die meisten wissen ja auch, dass ihre Taten aus gesellschaftlicher Sicht strafbar und aus moralischer Sicht zu verurteilen sind. Um den inneren Konflikt dieser Menschen beneide ich sie wirklich nicht. Trotzdem nimmt sie das in meinen Augen nicht aus der Verantwortung.

Die abschreckende Wirkung ist auf gar keinen Fall so hoch, dass die nennenswert die Kriminalitätsrate senkt. Das zeigen ja Länder, die die Todesstrafe bereits vollstrecken. Wenn dafür gesellschaftlich nichts getan wird um dem entgegen zu wirken, wie du ja schon geschrieben hast, dann ist die Todesstrafe als "einziges" Mittel keine Lösung.